Corona-Maßnahmen für Tiersitter – Gesund & sicher in die Tierbetreuung

von Mrz 23, 2020Coronavirus, Gesundheit, Tiersitter

Coronavirus Covid-19, Ausgangssperre, Quarantäne – die Solidarität in Deutschland ist jetzt gefragt wie nie! Für Tiersitter und Hundesitter heißt das erhöhte Vorsicht bei der Tierbetreuung.

Darf ich als Tiersitter Hunde von infizierten Tierbesitzern betreuen? Können Tiere das Virus übertragen? Welche Hygienemaßnahmen muss ich während der Coronakrise beachten? Erfahre, was jetzt zählt und wie du sicher und gesund in die Tierbetreuung startest!

Können Tiersitter die Tiere infizierter Besitzer betreuen?

Aktuell ist es für Tiersitter nach wie vor erlaubt fremde Tiere zu betreuen, diese Gassi zu führen oder mit nach Hause zu nehmen. Nur Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege, wie Friseure, Massagepraxen, Kosmetikstudios oder Tattoostudios, dürfen ihre Tätigkeit nicht weiter ausführen. Grund dafür ist die körperliche Nähe, welche dringend vermieden werden sollte (Bundesregierung, 22.03.2020).

Tiersitter sind davon zur Zeit nicht betroffen. Allerdings ändern sich die Regelungen ständig und es gibt täglich Neuerungen. Halte dich daher stets selbst auf dem Laufenden!

Hygienemaßnahmen für Tiersitter in der Coronakrise 

Da Tiersitter durch die zu betreuenden Tiere trotzdem indirekt Kontakt zu anderen Menschen haben, raten wir euch zu verschärften Hygienemaßnahmen und einer erhöhten Vorsicht im Umgang mit Mensch und Tier. Zwar können Hunde oder andere Tiere mit dem neuartigen Coronavirus Covid-19 nicht infiziert werden und haben diesen bislang nachweislich nicht übertragen, dennoch appellieren wir an einen verantwortungsvollen Umgang. 

Das Coronavirus kann bis zu 36 Stunden auf glatten Oberflächen überleben. Experten gehen davon aus, dass sich die Viren auf dem Fell des Hundes deutlich kürzer halten, da Trockenheit die Lebensdauer maßgeblich verringert. Bei Schleimhäuten oder der Hundeschnauze ist es allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Coronaviren mehrere Stunden überleben.

Für dich als Tiersitter heißt das jetzt vor allem eines: gründliches Händewaschen oder Desinfizieren nachdem du den Hund gestreichelt hast und keine Küsse auf die Schnauze! Schränke auch den Kontakt mit dem betreuten Haustier ein.

Vermeide Kuscheln und verfüttere ihm keine Essensreste. Betreue zudem zur Sicherheit keine Hunde bzw. Tiere aus mehreren Haushalten gleichzeitig.

Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, solltest du als Tiersitter zudem deine eigene Hundeleine mitbringen und möglichst keine Gegenstände, wie Transportbox oder Futterdosen, vom Tierbesitzer anfassen oder gar annehmen. Wenn der Hund über Nacht bleibt, ist es sinnvoll ihn ausnahmsweise nicht in seinem gewohnten Hundebett schlafen zu lassen. Das Hundefutter solltest du im besten Fall nach Absprache mit dem Tierhalter selbst besorgen.

Diese Änderungen gelten ab sofort beim Kennenlerntreffen 

Im Zuge der Coronakrise sollte das Meet & Greet mit Tiersitter und Tierhalter eingeschränkt werden. Obwohl weiterhin ein persönliches Kennenlerntreffen wichtig ist, ist die Gesundheit der Menschen wichtiger. 

Möchte der Tierhalter dich vorab kennenlernen oder du dein zu betreuendes Haustier, empfehlen wir dir dies über Skype oder andere Instant-Message-Dienste abzuwickeln. 

Hier können sich beide Seiten einen ersten Eindruck voneinander machen und auch das Haustier gezeigt werden. Dies ersetzt natürlich kein persönliches Treffen, ist aber in der aktuellen Situation die beste Lösung.

Kann ich noch alle Services der Tierbetreuung anbieten?

Grundsätzlich kannst du weiterhin alle Betreuungsformen anbieten. Zu deine Sicherheit und der Sicherheit anderer solltest du aber ein paar Aspekte beachten. Erfahre hier, welche Betreuungsarten generell zur Verfügung stehen. 

Gassi gehen

Das Gassi gehen beinhaltet das geringste Risiko für Tiersitter und Tierhalter, da man die Wohnung des Tieres nicht betreten muss. Aufgrund vieler häuslicher Quarantänen oder Ausgangsbeschränkungen ist diese Betreuungsart zudem gefragt wie nie zuvor. Viele Risikogruppen möchten ihr Haus nur noch ungern verlassen. Wenn ihr den Gassi-Geh-Service anbietet, beachtet bitte folgende Hinweise.

Gastfamilie

Wenn der Tierhalter ernsthaft erkrankt oder für längere Zeit ins Krankenhaus muss, gibt es die Möglichkeit der Gastfamilie. Hier lebt das Haustier über einen längeren Zeitraum bei dir. Üblicherweise wird dieser Service für Hunde angeboten. Achte, dass so wenig Gegenstände wie möglich vom Tierhalter in deine Wohnung kommen und desinfiziere diese gründlich. Achtung: verwende kein Desinfektionsspray für den Hund!

Hausbesuche & Haussitting

Hier betreust du das Tier in der Wohnung des Tierhalters, weshalb verschärfte Sicherheitsmaßnahmen gelten. Bei Hausbesuchen zum Versorgen von beispielsweise Katzen solltest du so wenig wie möglich anfassen und unbedingt Handschuhe tragen. Denke auch daran, dass du während und nach dem Besuch keinen deiner Gegenstände insbesondere das Handy mit den Handschuhen anfasst. Zu deiner eigenen Sicherheit raten wir dir davon ab, dich für längere Zeit in der Wohnung von infizierten Tierbesitzern aufzuhalten.

Beim Haussitting wohnst du dauerhaft bei dem Tier. Um das Infektionsrisiko zu mindern, empfehlen wir diese Betreuungsart in der aktuellen Lage nicht anzubieten.

Die Übergabe von Haustieren

Bei der Übergabe von Haustieren ist vor allem darauf zu achten den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Meter zum Besitzer einzuhalten. Zudem solltest du die Wohnung des Besitzers falls möglich nicht betreten. Relevante Themen werden im Vorfeld per Telefon geklärt und unnötige Gespräche vermieden.

Kontaktfreie und sichere Bezahlung  

Da die Bezahlung über die Plattform nicht möglich ist musst du dich diesbezüglich mit dem Halter abstimmen. Um den Kontakt minimal zu halten empfehlen, wir elektronisch zu bezahlen. Bei Paypal beispielsweise ist es möglich, Geld an den Tiersitter zu senden. Dabei ist die E-Mail Adresse eures Accounts ausreichend, sodass du deine Kontodaten für dich behalten kannst. Sprich den Tierhalter am besten direkt darauf an.

Solltest du dennoch für Bargeld entscheiden, achte darauf den direkten Kontakt zu vermeiden und halte Abstand. Lass den Besitzer das Geld ablegen und nimm es mit Handschuhen. Bei regelmäßiger Tierbetreuung empfehlen wird dir, kleinere Geldbeträge zu summieren, um das Risiko für dich und den Tierhalter zu senken.

Tibeo gegen Corona – Gemeinsam sind wir stark 

Solidarität ist jetzt gefragt wie nie. Unterstützt Risikogruppen oder Betroffene beim Gassi gehen, der Tierbetreuung oder beim Einkauf! Nehmt Rücksicht auf die Situation der Tierbesitzer. 

Sie und ihre Tiere sind auf euch angewiesen und benötigen jede Hilfe. Geld sollte hierbei eine untergeordnete Rolle spielen. Wir bitten euch in solchen Fällen mit dem Preis entgegenzukommen oder eure Tierbetreuung sogar kostenlos bzw. gegen Aufwandsentschädigung anzubieten. 

Der Coronavirus betrifft uns alle und wir müssen alle zusammenhalten. Beschränkt eure sozialen Kontakte auf ein Minimum und haltet Abstand zu anderen Personen! Keiner weiß, wer den Virus trägt und weiterverbreiten könnte.

Hier könnt ihr die aktuelle Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland sehen. Halte dich stets selbst auf dem aktuellen Stand bezüglich Neuerungen. Stündlich gibt es neue Regelungen oder Forschungsergebnisse. Dieser Artikel gibt dir keine Garantie auf Richtigkeit!

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