Zecken bei Hund, Katze & co. – Zecken vorbeugen & richtig entfernen

von Jul 7, 2019Gesundheit0 Kommentare

So schön der Sommer für Tiere und Tierbesitzer ist – mit den warmen Temperaturen kommen auch die Zecken. Sie können alle Haustiere befallen, die außen unterwegs sind. Besonders Hunde und Katzen sind der Gefahr der Zecken ausgesetzt. Die gefährlichen Spinnentiere können viele Krankheiten übertragen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich sind. Deswegen ist es wichtig für einen richtigen Zeckenschutz bei Haustieren zu sorgen. Erfahre hier alles, was du als Tierbesitzer zum Thema Zecken wissen musst.

Wann ist Zeckenzeit?

Viele Tierbesitzer sind sich der Gefahr der Zecken oft nur im Sommer und Frühling bewusst. Hier sind die kleinen Biester nämlich besonders aktiv und auf Beutejagd. Allerdings können die Zecken auch schon in kälteren Monaten unterwegs sein. Erst ab einer Außentemperatur von unter 7 Grad fallen Zecken in die Winterstarre. Menschen, die sich oft draußen aufhalten, sollten immer mit Zecken rechnen. 

Als Anhaltspunkt kann man aber sagen, dass in Deutschland die Zeckensaison im Februar beginnt und im Oktober endet. Es gibt hierin  Hochsaisons: eine im Mai & Juni und eine im September. Generell lieben es Zecken warm und feucht und sind an diesen Tagen besonders aktiv.

Was passiert bei einem Zeckenbiss?

 

Nachdem die Zecke ihr Opfer gefunden hat, sucht sie sich in Ruhe die perfekte Stelle. Das kann manchmal über 1 Stunde dauern. Anschließend reißen sie mit ihrem Stechrüssel und den Mundwerkzeugen die Haut des Tieres auf. Im Gegensatz zu der verbreiteten Meinung beißen Zecken also nicht, sondern stechen ihren Wirt

Die wahre Wunderwaffe der Zecke ist ihr Speichel. Er hat nämlich gleich 3 Funktionen. Erstens beinhaltet er ein besonderes Betäubungsmittel, welches beim Stechen abgesondert wird. Deshalb bleibt die Zecke vorerst unbemerkt. Zweitens enthält der Speichel spezielle Substanzen, die Gerinnung des Blutes verhindern und somit zur optimalen Blutabnahme beitragen. Drittens produzieren viele Zeckenarten mit ihrem Speichel eine Art Kleber. Dieser hilft der Zecke sich, neben den Widerhaken im Stechrüssel, an dem Tier festzuhalten.

Prävention: Welche Zeckenmittel für Hund & Katze gibt es?

Natürlicher Zeckenschutz

Gerade bei Tieren, die gerne mal ungewollt Substanzen durch Schlecken aufnehmen, ist es oft sinnvoll, auf natürlichen Zeckenschutz zu setzen. Dafür kann man Schwarzkümmelöl oder Kreuzkümmelöl verwenden. Allerdings konnten Studien die Wirksamkeit noch nicht eindeutig beweisen. Besser geeignet ist Kokosöl, welches durch die enthaltene Laurinsäure 80 % der Zecken abstößt. Auch Hausmittel wie Knoblauch, Pfefferminz oder ätherische Öle können Zecken fernhalten.

Antiparasitika 

Antiparasitika sind chemische Substanzen, die die Übertragung der Erreger durch das Abtöten der Zecken auf der Haut der Haustiere verhindern sollen. Dadurch sterben sie spätestens beim Blutsaugen ab. Bei Hunden und Katzen kommen meist Spot-on-Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen zum Einsatz. Diese werden auf der Haut im Nackenbereich des Tieres aufgetragen, bieten mehrere Wochen Schutz und sollten regelmäßig erneuert werden.

Vorsicht: Für Katzen sind Präparate mit dem Wirkstoff Permethrin sehr giftig. Daher sollte vor dem Einsatz von Antiparasitika stets Rücksprache mit dem Tierarzt gehalten werden.

Außerdem gibt es Zeckenschutz-Halsbänder, welche durch die Akarizide längerfristigen Schutz gegen Zecken gewährleisten. Diese kann der Hund einfach zusätzlich zum normalen Halsband tragen.

Zeckenimpfung

Im Gegensatz zu Menschen, kann man Hunde gegen Borreliose impfen lassen. Dafür gibt es aber keine Impfung gegen FSME für Hunde. Eine Impfung kann in vielen Fällen nicht verkehrt sein, da Borreliose vor allem bei Hunden oft nicht eindeutig und schnell genug erkannt wird. Für Katzen ist diese Impfung nicht notwendig.

Regelmäßiges Untersuchen 

Das ist die wichtigste und effektivste Maßnahme und wird oft von vielen unterschätzt. Da keine Zeckenmittel zu 100 % die Gewissheit geben, zeckenfrei zu sein und die Zecken schnell auf Menschen übergehen können, solltest du stets selbst dein Tier kontrollieren. Wichtig ist es, nach jedem Gassi Gehen oder sobald dein Hund kurz draußen war, ihn systematisch nach Zecken abzusuchen. Wenn du länger als 60 Minuten mit ihm spazieren gehst, ist es sinnvoll, ihn auch zwischendrin zu untersuchen.

    Gehe dabei wie folgt vor: 

    1. Überprüfe das Fell oberflächlich nach herum kletternden Zecken
    2. Greife in das Fell und durchsuche es
    3. Suche kritische Stellen (Ohren, Schenkel, Falten, Kinn-Hals-Bereich) zweimal ab

    Wie entferne ich Zecken beim Hund richtig?

    Wenn du eine Zecke gefunden hat, die sich an deinem Hund oder deiner Katze festgesaugt hat, musst du diese schnellstmöglich entfernen. Quetsche dabei niemals den Körper der Zecke, sonst drückst du nur noch mehr Körpersäfte und damit Krankheitserreger in das Blut. Als Hilfsmittel kannst du eine herkömmliche Zeckenzange oder Zeckenkarte aus deiner Haustierapotheke verwenden. Wenn du deine parat hast, eignen sich auch Pinzetten oder zur Not einfach dein Finger. Packe sie so nah es geht an der Einstichstelle und ziehe sie gerade, gleichmäßig und langsam raus. Drehe sie auf keinen Fall, da sonst die Wunde größer wird und somit mehr Platz für Krankheitserreger bietet.

    Nachdem du die Zecke entfernt hast, prüfe ob der Kopf vollständig beseitigt ist. Wenn nicht, kannst du ggf. mit einer kleinen Pinzette nacharbeiten. Falls ein Teil der Zecke trotzdem stecken bleibt, sollte das aber nicht weiter schlimm sein. Dieser wird mit der Zeit automatisch abgestoßen und stellt keine Gefahr mehr dar.

    Desinfiziere die Einstichstelle und deine Hände gründlich. Die entfernte Zecke wird sofort getötet. Am besten töten kannst du sie mit kochendem Wasser, im Feuer oder zwischen zwei Steinen. Beobachte die Einstichstelle der Zecke die folgenden Wochen so gut es geht und halte sie sauber.

    Folgen eines Zeckenbisses für Hund & Katze

    Es gibt allein in Deutschland etwa 20 Zeckenarten – weltweit sind es sogar über 900. Daher existieren je Zeckenart die unterschiedlichsten Krankheitserreger. Grundsätzlich gilt, dass aber nicht jeder Zeckenstich zwangsläufig macht krank. Die Zecke muss im Normalfall mindestens 16 Stunden Blut saugen, damit Keime übertragen werden.

    Krankheiten für den Hund 

    Zecken können sowohl an Mensch als auch an den Hund zahlreiche Krankheiten übertragen. Das sind die verbreitetsten Krankheiten für Hunde.

    Borreliose

    Die in unseren Breitengraden häufigste Krankheit ist Borreliose. Die Borrelien haben eine Inkubationszeit von 2 Wochen bis zu 5 Monaten. Dabei sind die Symptome zu Beginn schleichend und unspezifisch. Wiederkehrendes Fieber, Fressunlust und Abgeschlagenheit können erste Anzeichen sein. Später kommen Gelenk- und Muskelschmerzen hinzu, welche sich bei Hunden durch Lethargie äußern können. Gehe bei den ersten Symptomen sofort zum Arzt, damit er die weitere Behandlung mit dir besprechen kann und schlimmeres verhindert wird.

    FSME

    FSME ist in Mittel- und Osteuropa verbreitet und ist für Menschen besonders gefährlich. Auch für Hunde ist die Krankheit schwer und endet häufig mit der Einschläferung. Allerdings  ist die bei Hunden eher selten aufzufinden, da diese häufig Antikörper gegen FSME aufweisen. Typische Anzeichen sind neben Fieber auch Muskelzittern. Da es keine Behandlung gegen FSME für Hunde gibt, beschränkt sich die Therapie auf die Behandlung der Symptome.

    Anaplasmose 

    Die Bakterien der Anaplasmose befallen bestimmte weiße Blutkörperchen des Hundes. Zwischen 1 und 9 % der Zecken tragen den Erreger in sich. Bei einer Infizierung werden aber nur wenige Hunde richtig krank. Die anfänglichen Symptome beim Hund sind Abgeschlagenheit, Fressunlust und Lahmheit und ähneln einer Borreliose. Der Erreger kann im Blut nachgewiesen werden und mit Antibiotika behandelt werden. Wird die Anaplasmose rechtzeitig erkannt, gehen die Symptome bald zurück.

    Babesiose

    Der Erreger der Babesiose lebt in den roten Blutkörperchen und zerstört diese. Das erste Anzeichen dieser Erkrankung ist die Anämie. Der Erreger gilt als besonders krankheitsauslösend, ist aber in Deutschland noch nicht stark verbreitet. Babesiose ist auch als Hundemalaria bekannt und führt unbehandelt zum Tod des Hundes. 

    verDie Symptome zu Beginn sind Fieber, Abgeschlagenheit und blass-gelbliche Schleimhäute. Solltest du diese bei deinem Hund beobachten, gehe bitte sofort zum Tierarzt.

    Krankheiten für die Katze

    Katzen sind von Natur aus sehr gut gegen die Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden geschützt. Gefährliche Infektionen wie Babesiose oder auch FSME sind bei Katzen nur sehr selten entdeckt worden. Auch gegen Borreliose sind Katzen immun. Dennoch sollte man Katzen gegen Zecken schützen, da diese unangenehm sind und zu Entzündungen der Haut führen können. Außerdem bringen sie womöglich ungewollt Zecken in das Haus.

    Krankheiten für Kaninchen, Hasen und co.

    Auch bei Kaninchen und anderen Nagetieren sind die Gefahren der Zecke eher gering. Es sind keine Fälle bekannt, bei denen Nagetiere ernsthaft durch einen Zeckenbiss erkrankt sind. Wie Katzen sind Kaninchen auch immun gegen Borreliose. Aber auch hier gilt es deine Lieblinge von den kleinen Biestern fernzuhalten, da sie externe Hautreizungen verursachen können.

    Zecken sind sehr gefährlich und zäh. Sie können bis zu 5 Jahre ohne einen Wirt überleben und sich extremen klimatischen Bedingungen anpassen. So können sie bis zu 3 Tage unter Wasser aushalten, in der Waschmaschine, auf über 1.500 Metern Höhe oder bei minus 15 Grad überleben. 

    Haustiere schleppen Zecken mit in die Wohnung und somit auch zu dir. Sie lauern auf Gräsern und Büschen und warten auf das perfekte Opfer. Schütze dich und ein Tier also und triff geeignete Präventionen! Wenn du achtsam bist, kommst du mit deinem Hund sorgenfrei durch die Zeckenzeit.