Was dürfen Hunde nicht essen? Das ist wirklich giftig für Hunde

von Aug 24, 2019Ernährung

Mittlerweile existieren zahlreiche Mythen rund um giftige Lebensmittel für Hunde. Viele Aussagen sind oft zu wage oder widersprüchlich und schon gar nicht pauschal für alle Hunde anwendbar. Dies sorgt für Verwirrung und Ungewissheit bei vielen Hundebesitzern.

Wir haben unzählige Quellen durchforstet und möchten mit diesem Artikel endlich für Klarheit sorgen! Was dürfen Hunde nicht essen? Warum sind manche Lebensmittel für Menschen unbedenklich und für Hunde giftig? Woran erkennst du erste Vergiftungserscheinungen?

Vorsicht bei diesen 10 Lebensmitteln 

Folgende Lebensmittel sind für Menschen unbedenklich verzehrbar, während für Hunde kleine Mengen bereits zum Tod führen können. Doch warum ist das so? Generell gilt: Hunde haben einen langsameren Stoffwechsel und ihr Körper kann dadurch auch langsamer gewisse Stoffe abbauen. Deswegen ist auch die Fütterung kleiner Mengen von giftigen Lebensmitteln wie beispielsweise Schokolade über einen längeren Zeitraum hinweg tödlich, da die Giftstoffe im Hundekörper eingelagert werden und nur schlecht verarbeitet werden. Beachte dies stets! Wer denkt, er kann seinem Hund bei Hitze zwischendurch mal eine erfrischende Traube geben, liegt falsch.

Vor allem bei Welpen und Junghunden solltest du verstärkt aufpassen, was sie fressen. Denn zum einen reagiert ihr Stoffwechsel und ihr Körper schneller auf die giftigen Lebensmittel und zum anderen haben sie noch wenig Erfahrung, knabbern gerne vieles an und finden beim Gassi gehen oft vieles.

Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch

Für uns Tierbesitzer werden Zwiebeln und Knoblauch zum Würzen oder Verfeinern vieler herzhafter Gerichte verwendet. Diese beliebten Lauchgewächse kommen roh, gekocht oder gebraten in jedem Haushalt zum Einsatz. Doch bei Hunden sollte Vorsicht geboten werden. Zwiebeln und Knoblauch enthalten nämlich Sulfide, welche giftig für Hunde sind. Sie zerstören die roten Blutkörperchen und können somit Blutarmut oder eine Entzündung der Magen- und Darmschleimhäute hervorrufen. Egal, ob roh, gekocht oder in Pulverform – ab etwa 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht sind Zwiebeln oder Knoblauch für Hunde schädlich. Für einen mittelgroßen Hund wäre somit eine Zehe Knoblauch tödlich.

Erste Symptome einer Vergiftung durch Zwiebeln sind meistens Erbrechen und Durchfall. Nach wenigen Tagen können blasse Schleimhäute, blutiger Urin, Verweigerung von Wasser und Futter bemerkbar werden, was auf eine Anämie hindeutet. Diese Vergiftung kann zum Tod führen.

Xylitol & andere Süßstoffe

Süßstoffe sind für unsere Vierbeiner extrem gefährlich. Bereits kleinere Mengen können lebensbedrohlich werden. Doch warum sind Süßstoffe so gefährlich für Hunde? Grund dafür ist die starke Insulinausschüttung nach Verzehr der Süßstoffe, welche zu einem Abfall des Zuckerspiegels führt. Zwar wird sowohl bei Menschen als auch bei Tieren der Blutzucker durch Insulin kontrolliert. Der Unterschied ist aber, dass Süßstoffe bei Menschen diesen Prozess nicht beeinflussen. Bei Hunden wird in kürzester Zeit extrem viel Insulin produziert, sodass bereits nach 20 Minuten die ersten Vergiftungserscheinungen auftreten. Die Süßstoffe Erythritol, Aspartam, Sorbitol und Stevia beeinflussen die Insulinausschüttung nur leicht, können aber Magen-Darm-Symptome auslösen.

Am bekanntesten und gefährlichsten ist der Süßstoff Xylit, Xylitol oder auch E967. Dieser Birkenzucker befindet sich in vielen Lebensmitteln wie Bonbons, Kaugummis, Backwaren oder Zahnpasta. Besonders in zuckerfreien Lebensmitteln oder Diätprodukten findet Xylit seinen Einsatz. Bereits ab 0,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht kann es zu einem Blutzuckerabfall kommen. Zudem besteht die Gefahr eines akuten Leberversagens. Hier liegt die tödliche Dosis bei 0,5 Gramm Xylitol.

Nach Einnahme von Xylit können Hunde apathisch und schwach werden, Krampfanfälle bekommen, zittern, erbrechen, und Herzrasen haben.

Schokolade & Kakao

Kakao enthält das für Hunde giftige Theobromin. Diese Substanz kann von Hunden nur schwer abgebaut werden. Die Menge des Giftstoffes ist vom Kakaoanteil der Schokolade abhängig. Reines Kakaopulver beinhaltet etwa 2 % Theobromin. Während in einer Tafel Vollmilch Schokolade nur 0,2 Gramm Theobromin enthalten sind, sind in 100 Gramm Kakaopulver bereits 2 Gramm Theobromin enthalten.

Theobromin kommt aber nicht nur in Kakao vor. Auch grüner und schwarzer Tee beinhalten bis zu 0,26 % des giftiges Stoffes. Ab einer Dosis von 0,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht kann die Substanz bei Hunden zum Tod führen. In weißer Schokolade ist praktisch kein Theobromin enthalten. Sie besteht nämlich nur aus Kakaobutter.

Tödliche Menge von Schokolade beim Hund

Erst nach 4 bis 12 Stunden kommt es zu den ersten Vergiftungserscheinungen. Die Symptome einer Vergiftung können von Pulsbeschleunigung und Atembeschwerden bis hin zu Bewusstseinsstörungen, Durchfall, Erbrechen und Fieber reichen. Dies führt schließlich zu einem Kreislaufversagen des Hundes.

Willst du noch mehr zur Schokoladenvergiftung bei Hunden wissen? Hier gibt es einen Theobromin-Rechner

Macadamianüsse, Bittermandeln und andere Nüsse

Nüsse sind in der Hundewelt ein heikles Thema und sollten auf Grund ihres erhöhten Fettgehaltes generell nur in Maßen verfüttert werden. Einige Nüsse sind sogar für Hunde giftig. 

Macadamianüsse sind für Hunde absolut tabu! Diese enthalten cyanogene Glykoside, welche für Hunde giftig sind. Bereits 4 Nüsse können bei einem mittelgroßen Hund lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Füttere diese auf keinen Fall! Macadamianüsse rufen bei Hunden Schwächesymptome, Erbrechen und Fieber hervor.

Bittermandeln beinhalten die Substanz Amygdalin, bei der während der Verdauung giftige Blausäure freigesetzt wird. Da auch bei Aprikosenkernen etc. diese Blausäure im Magen des Hundes entsteht, sind die Vergiftungserscheinungen ähnlich.

Muskatnüsse sind, wie beim Menschen, bereits in geringen Mengen giftig.

Vorsicht bei Erdnüssen! Diese können wie bei Menschen Allergien auslösen und sollten nicht an Hunde mit Herz- oder Nierenproblemen gegeben werden. Außerdem besteht bei PistazienWalnüssen und anderen Schwarznüssen eine gewisse Pilzgefahr. Während bei Walnüssen überwiegend frische Nüsse befallen sind, entstehen bei Pistazien bei längerer Lagerung für den Hund gefährliche Schimmelpilze. Solltest du also einen Walnussbaum in deiner Nähe stehen haben, achte darauf, dass dein Hund keinesfalls Zugang hat.

Ungesalzene Cashewkerne, Haselnüsse, Maronen, süße Mandeln und Paranüsse kannst du ab und zu gerne an deinen Hund füttern. Sie sind reich an Ballaststoffen und verschiedenen Vitaminen.

Kaffee

Koffeinhaltige Lebensmittel sind die häufigste Ursache für Vergiftungen beim Hund. Der für den Hund gefährliche Inhaltsstoff befindet sich im Koffein und heißt Methylxanthin. Diese Substanz ist stark mit dem im Kakao enthaltenen Theobromin verwandt und führt zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

Da Kaffee einen 2 %-igen Koffeinanteil aufweist, sind in einer Tasse Kaffee bis zu 0,2 Gramm Koffein enthalten. Natürlich sind auch andere koffeinhaltige Getränke und Lebensmittel wie Cola, Tee oder Eis für Hunde tabu. Die letale Menge des Methylxanthin beträgt 0,14 g pro Kilogramm Körpergewicht.

Koffein wirkt stimulierend auf den Kreislauf des Hundes und erhöht den Puls. Dies führt zu ersten Symptomen wie Unruhe, Hecheln, Krämpfen und Koordinationsstörungen. Bei einer stärkeren Vergiftung erhöht sich die Körpertemperatur, Hunde können ins Koma fallen und einen Herzkreislauf-Stillstand erleiden.

Rohes Schweinefleisch

Rohes Schweinefleisch sollten Hunde niemals essen. Es kann nämlich den für Menschen ungefährlichen Aujetzki-Virus übertragen. Diese Krankheit wird auch Pseudowut genannt und endet für Hunde immer tödlich! Ab 60 Grad werden diese Herpes-Viren abgetötet und das Schweinefleisch kann beruhigt von Hunden gefressen werden. Zwar gilt Deutschland seit 2004 als pseudowut-freies Land, dennoch solltest du es immer im Hinterkopf behalten.

Vor allem Jagdhunde oder Hunde, die mit Wild in Kontakt kommen sind gefährdet. Der Aujetzki-Virus steckt nämlich auch im Fleisch von Wildschweinen und führt bei Hunden zu Nerven- und Hirnentzündungen.

Weitere typische Symptome einer Infektion sind Koordinationsprobleme, starker Juckreiz, Tobsuchtanfälle, Wesensveränderungen und Bewusstlosigkeit. Innerhalb von zwei Tagen nach Auftreten der Symptome führt die Krankheit zum Tod.

Kartoffeln, Tomaten & andere Nachtschattengewächse

Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln, Paprika oder Auberginen sollten nicht roh an Hunde verfüttert werden. Besonders grüne Tomaten oder Kartoffeln im unreifen Zustand enthalten einen hohen Anteil des giftigen Stoffes Solanin. 

Nur, wenn du das Gemüse kochst, kannst du dieses unbedenklich deinem Hund servieren. Solanin ist nämlich wasserlöslich und geht direkt in das Kochwasser über. Achte aber darauf, dass du das Kochwasser anschließend wegschüttest und nicht für beispielsweise Suppen wiederverwendest. Denn Solanin ist hitzebeständig. Auch überreife Tomaten können Hunde (ohne den Strunk!) essen, denn diese verlieren mit der vollständigen Reife den Solaninanteil.

Grüne Tomaten haben hingegen bis zu 0,03 % Solanin in sich. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, gib Hunden aber besser keine rohen Nachtschattengewächse. Die letale Dosis des Solanins für Hunde ist bisher unbekannt und ist von Hund zu Hund verschieden.

Auch für Menschen ist das Solanin leicht giftig und kann in großen Mengen unter anderem zu Übelkeit führen. Die Symptome bei Hunden sind ähnlich und reichen von Erbrechen und Durchfall hin zu einer Schleimhautreizung.

Steinobst

Egal, ob Kirsche, Pfirsich, Nektarine oder Pflaume – alle haben eines gemeinsam – den Kern in der Mitte. Dieser Kern enthält den für Hunde giftigen Stoff Cyanid, welcher im Magen zu Blausäure umgewandelt wird. Auch in den Kernen von Äpfeln ist diese Substanz enthalten. Die Blausäure kann im schlimmsten Fall die Zellatmung des Hundes stilllegen und die Zellen durch Sauerstoffmangel somit töten. Dies verursacht somit eine innere Erstickung des Hundes. Diese Vergiftungssymptome sollen aber nur bei dem Verzehr großer Mengen vorgekommen sein. 

Neben dem Cyanid verbirgt sich eine weitere Gefahr hinter dem Kern des Steinobstes selbst. Dieser kann nämlich durch seine teils scharfkantigen Ecken die Speiseröhre, den Magen oder den Darm verletzen oder sogar zu einer lebensbedrohlichen Verstopfung führen.

Das Steinobst an sich ist nicht giftig, sondern nur der Kern kann gefährlich werden. Wenn du deinem Hund also etwas Fruchtiges geben willst, achte stets darauf, dass keine Kerne oder Kernreste mehr vorhanden sind!

Zu den Symptomen einer Vergiftung zählen Krämpfe, Atemnot, Speicheln, Durchfall, Erbrechen und  Fieber.

Weintrauben & Rosinen

Frische Weintrauben sind für Menschen super als Snack zwischendurch. Allerdings sind diese für einige Hunde giftig. Durch die Oxalsäure in den Weintrauben erhöhen sich die Kalziumwerte im Blut des Hundes dramatisch, wodurch die Nierenwerte steigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Hund kernlose Trauben oder Trauben mit Kernen frisst. In Rosinen oder Trester sind diese Substanzen in noch größeren Mengen vorhanden. Achtung: auch in anderen Lebensmitteln wie Rhabarber, Mangold und Spinat ist Oxalsäure enthalten. Ab 10 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht können beim Hund Vergiftungserscheinungen auftreten.

Doch die Meinungen hierzu spalten sich. Während amerikanische Wissenschaftler eine kritische Menge von 116 Gramm Trauben pro Kilogramm ermittelt haben, berichten Forscher aus Großbritannien von einer tödlichen Menge von 16 Gramm Rosinen. Auch nicht alle Hunderassen sind gleichermaßen gefährdet. Nur bei manchen Hunden mit einer Veranlagung zur Unverträglichkeit sind Weintrauben giftig.

Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Teilnahmslosigkeit oder Magenkrämpfe können die Folge einer Vergiftung sein. Im schlimmsten Fall endet diese mit Nierenversagen und dem Tod des Hundes.

Avocado

Auch Avocados sollten besser nicht an Hunde verfüttert werden. Grund dafür ist das darin enthaltene Persin. Dieser giftige Stoff schädigt den Herzmuskel des Hundes und kann zum Tod führen. Der Anteil von Persin in Avocados variiert jedoch von Sorte zu Sorte und ist nur in sehr geringen Mengen im Fruchtfleisch enthalten. Somit sind Avocados gar nicht zwangsläufig schädlich für den Hund. Eine weitaus größere Gefährdung stellt der Kern der Avocado dar. Dieser enthält nämlich nicht nur einen größeren Anteil des Persins, sondern birgt auch die Gefahr des Verschluckens bzw. Erstickens. 

Neben den klassischen Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen und Durchfall, können Atemnot, Bauchwassersucht und Husten Anzeichen eines Herzversagens sein.

Was tun beim Verzehr dieser giftigen Lebensmittel?

Wenn es nach der Aufnahme des giftigen Lebensmittels direkt zum Erbrechen kommt, kann oft schlimmeres verhindert werden und etwaige Vergiftungserscheinungen können ausbleiben. Die Erste Hilfe beim Hund deinerseits sind relativ beschränkt. Beim Tierarzt wird deinem Hund je nach Fortschreiten und Art der Vergiftung oft sogar direkt eine Kotz-Spritze deswegen gegeben.

Jedoch ist bei allen Vergiftungen schnelles Handeln wichtig und oft entscheidend für die weitere Behandlung. In jedem Fall solltest du dich umgehend mit einem Tierarzt oder der Tierklinik in Kontakt setzen. Hier können dir womöglich erste Tipps gegeben werden. Auch, wenn du keine offensichtlichen Vergiftungserscheinungen beobachten kannst, ist es wichtig mit dem Tierarzt das weitere Vorgehen zu besprechen.