Tiersitter Job – 8 Tipps für erfolgreiche Tiersitter

von Sep 2, 2019Tiersitter

Der Tiersitter Job ist sehr beliebt bei vielen Tierfreunden. Deswegen ist es für Tiersitter wichtig, herauszustechen und ihre Vorzüge zur Geltung zu bringen. Neben der richtigen Kommunikation und Freundlichkeit gibt es noch weitere Aspekte, mit denen du bei den Tierbesitzern punkten kannst.

Als Tiersitter solltest du all deine Fähigkeiten dem Tierbesitzer auch näherbringen, denn das eigene Tier in der Obhut von anderen Menschen zu lassen, fällt vielen Besitzern extrem schwer. Die folgenden Tipps zeigen dir, wie du dem Tierbesitzer verdeutlichst, dass du der richtige Tiersitter für ihn bist. Außerdem geben wir dir Tipps, um im Tiersitter Job noch erfolgreicher zu werden.

1. Professionelles Kennenlern-Treffen

Du solltest dem Tierbesitzer immer ein Kennenlernen vor Buchungsbeginn vorschlagen. Dies wirkt nicht nur professionell, sondern zeigt auch, dass du nicht unbedingt auf das schnelle Geld aus bist und ehrliches Interesse an dem Tiersitter Job hast.

Ein Kennenlern-Treff ist ein absolutes Muss für eine seriöse Tierbetreuung. Weiterhin könnt ihr hier alle wichtigen Angelegenheiten rund um das Tier und dessen Betreuung besprechen.

Wenn du als Hundesitter gebucht werden sollst, wäre es natürlich super, wenn der Hund bei dem Gespräch schon dabei wäre und ihr euch schon miteinander vertraut machen könnt. Bei anderen Tieren, die revierbezogen sind, lädt dich der Tierbesitzer vielleicht nach Hause ein und ihr könnt gemeinsam alles Weitere besprechen und du hast auch hier die Möglichkeit die Tiere kennenzulernen.

Wichtig ist, dass die Chemie zwischen Tierbesitzer, Tiersitter und dem Tier stimmt und alle drei Parteien ein gutes Gefühl bei der Sache haben!

2. Checkliste verwenden & nachfragen

Du solltest dir grundsätzlich eine Checkliste zurechtmachen, anhand der du die wichtigsten Fragen rund um die Betreuung des Tiers abfragen und die Antworten notieren kannst. Jede noch so kleine Unklarheit sollte abgefragt werden, sodass du im Fall der Fälle vorbereitet bist und entsprechend handeln kannst.

Einige Tierbesitzer hinterlassen auch Listen, wo die wichtigsten Punkte und Besonderheiten aufgelistet sind. Nichts desto trotz solltest du natürlich eine gewisse Eigeninitiative im Hinblick auf Fragen und die individuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse des Tieres zeigen.

Hast du wichtige Sachverhalte vergessen nachzufragen oder treten Unregelmäßigkeiten auf, an die weder du noch der Besitzer gedacht haben, solltest du diesen möglichst schnell versuchen zu erreichen, um die Dinge zu klären. Du beweist damit, dass du bewusst agieren kannst und nicht nur abwartest und reagierst, wodurch sich viele Situationen schnell klären lassen.

3. Regelmäßige Kommunikation

Kommunikation ist im Leben das A und O. Nur wenn man miteinander redet, können Dinge erreicht und gelöst werden. Wichtig für dich als Tiersitter ist, dass du in der Abwesenheit mit dem Tierbesitzer regelmäßig kommunizierst und ihm alle Neuigkeiten rund um die Betreuung und sein Tier mitteilst.

Du solltest dem Tierbesitzer von dir aus mögliche Formen der Kommunikation und einen Austausch der Handynummern anbieten. So könnt ihr beispielsweise ausmachen, dass du ihm zu einer bestimmten Zeit am Tag eine kurze Nachricht zum aktuellen Stand schreibst oder ab und zu Bilder oder Videos seines Tiers sendest. Das stärkt das Vertrauen und zeigt, dass du deinen Job gut und regelmäßig erledigst und das Tier glücklich ist.

Natürlich könnt der Besitzer und du auch regelmäßig telefonieren, was besonders bei wichtigen Entscheidungen oder Problemfällen wichtig ist. Der Besitzer wird dir dein Engagement hoch anrechnen und sich garantiert freuen, dich für diesen Job ausgewählt zu haben.

4. Freundlichkeit

Der Punkt sollte selbstverständlich sein, wird von vielen Menschen in unserer heutigen Zeit jedoch außer Acht gelassen. Ein Lächeln, eine freundliche Nachfrage oder einfach einmal Hilfsbereitschaft können viel bewirken und sind auch bei der Tierbetreuung nicht wegzudenken. Tiersitter und Tierbesitzer müssen sich gut verstehen, menschlich zueinander passen und auch gemeinsam lachen können.

Tierbetreuung ist keine unpersönliche Dienstleistung oder ein Produkt, was standardisiert erstellt werden kann. Entsprechend ist das Zwischenmenschliche ziemlich das Wichtigste und kann auch durch nichts Anderes kompensiert werden. 

Erfolgreiche Tiersitter müssen nicht nur mit dem Tier gut umgehen können, sondern selbstverständlich auch mit dem Tierbesitzer. Vielleicht kannst du ja beim Kennenlern-Treffen fürs Hundesitting dem Hund ein Leckerli mitbringen oder der Katze ein kleines Spielzeug? Solche kleinen Gesten können viele Türen öffnen und die Bindung zwischen Tiersitter, Tierbesitzer und dem Tier stärken.

5. Weiterbildungen in Bezug auf Tierbetreuung

Natürlich solltest du dich im besten Falle natürlich weiterbilden und auch ein bisschen in der Praxis üben. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, die wir dir hier kurz vorstellen.

Lernen von erfahrenen Tierbesitzern, Tiersittern oder Tiertrainern

Möglicherweise hast du jemanden in deinem näheren Umfeld, der sich gut mit Hunden, Katzen, Nagern, Reptilien oder Vögeln auskennt. Dies können Tierbesitzer, aber auch Tiersitter oder Tiertrainer sein. Hier kannst du dich, unter Anleitung bzw. Beobachtung von erfahrenen Tierkennern, mit grundlegenden Fragestellungen und auch Techniken rund um die Tierbetreuung vertraut machen und unter Umständen auch deine ersten alleinigen Betreuungen durchführen. Bedenke bitte, jeder Tiersitter hat einmal klein angefangen.

Tierbetreuung und Tierpflege bei einem Tierheim, Gnadenhof oder Tierschutzverein

In Deutschland gibt es fast in jeder größeren Stadt und oft auch in ländlichen Bereichen Tierheime, Gnadenhöfe oder Tierschutzvereine. Diese Institutionen freuen sich immer über Hilfe im Bereich Tierbetreuung bzw. Tiersitting und Tierpflege. Hier kannst du, je nach Möglichkeit und Kapazität, mit Hunden spazieren gehen, dich um Katzen oder Nagetiere kümmern oder bei Vögeln und Reptilien zur Hand gehen.

Auch hier sind professionelle Tierkenner und Tierfreunde in der Nähe, die dich mit wertvollen Tipps rund um das Thema Tier beraten können. Außerdem tust du gleichzeitig etwas Gutes, indem du mit deinem Ehrenamt Tieren in Not hilfst und die tierlieben Menschen unterstützt.

Kurse und Weiterbildungen

Das Leben ist ein langer Pfad des Lernens und bekanntlich lernt man nie aus. So ist es natürlich auch bei der Tierbetreuung. Als angehender Tiersitter kannst du selbstverständlich Kurse zum Thema Tiere besuchen. Die Themenauswahl ist natürlich vielfältig, aber Kurse wie Erste Hilfe beim Hund, Tierkommunikation, Leinenführung und auch Kurse in einer Hundeschule sind zu empfehlen.

Dort lernst du viele nützliche Sachen, die dir als Tiersitter und damit auch dem zu betreuenden Tier zu Gute kommen. Der Vorteil ist, dass du oft auch praktisch mit Tieren üben kannst, einige Hundeschulen bieten sogar spezielle Kurse zum Thema Tiersitter werden an. Darauf aufbauend kannst du natürlich auch Weiterbildungen besuchen, die mehr ins Detail gehen und bereits vorhandenes bzw. durch Kurse erworbenes Wissen vertiefen und erweitern. 

Bücher und Tierseiten im Internet

Für den Einstieg, als Wissenserweiterung oder einfach als „Gute-Nacht-Lektüre“ eignen sich natürlich auch Bücher und Homepages mit zugehörigen Videos oder Blogs. Hier bekommst du einen groben Überblick über relevante Aspekte wie Tierverhalten, Tierernährung, Tierkommunikation, Tiertraining und Tiergesundheit.  

Die theoretischen Kenntnisse ersetzen natürlich in keiner Art und Weise den persönlichen Kontakt zu Tieren und das Training am Tier. Aber für die Beantwortung von Fragen, bei fachlichen Unsicherheiten oder auch bei möglichen Problemstellungen sind Bücher und hochqualitative Tier-Homepages häufig ein nützlicher Ratgeber.

6. Faire Festlegung der Preise

Der Preis, den du pro Berteuungseinheit festlegst, ist ein entscheidendes Kriterium deines Erfolgs im Tiersitter Job. Auch hier sind viele interessierte Tierfreunde sich nicht immer sicher. Die folgenden Punkte sollen dir helfen deine individuelle Preisausgestaltung möglichst fair für dich und den Tierhalter zu gestalten.

Erfahrung

Die bekannte „10.000 Stunden Regel“ besagt, dass wir all die Dinge, die wird mindestens 10.000 Stunden üben, zur Meisterschaft bringen. Soweit müssen wir bei dem Thema Tiersitter nicht gehen, aber natürlich ist klar, dass Erfahrung in diesem Bereich viel wert ist. Je mehr Erfahrungen und Kenntnisse du in dem Bereich vorweisen kannst, desto mehr Geld kannst du natürlich auch verlangen. Vielleicht besitzt du ja auch Zertifikate oder Zeugnisse, die dein erworbenes Wissen dokumentieren?

Beliebtheit

Natürlich hängt der Preis auch mit deiner Beliebtheit zusammen. Wenn du ein Tiersitter bist, dessen Terminkalender immer voll mit Betreuungsterminen ist und dessen Kenntnisse sich herumgesprochen haben, kannst du natürlich eine ganz andere Preisstruktur aufrufen, als jemand der möglicherweise nicht ganz so beliebt ist.

Es gilt also: Je besser du deinen Tiersitter Job erledigst, desto mehr Leute werden dich empfehlen und desto mehr Anfragen wirst du bekommen. Dies spiegelt sich dann natürlich auch in deinem Preis wieder, denn Leute sind gerne bereit, für Qualität mehr zu bezahlen.

Besondere Kenntnisse

Bist du vielleicht auf eine Tierart besonders spezialisiert oder hast Qualifikationen, die über normale Tiersitter hinausgehen? Entsprechend dieser besonderen Kenntnisse (z.B. Hundetraining, Erste-Hilfe-Kurse, tierärztliche oder tierpsychologische Ausbildung, etc.) kannst du deine Preise natürlich anpassen. Wichtig ist hierbei, dass du das Wissen auch wirklich praktisch anwenden kannst und es nicht nur theoretisch vorhanden ist. Weise die Tierbesitzer bei Bedarf noch einmal auf deine Spezialisierungen und Weiterbildungen hin, sodass er deine Preisbildung nachvollziehen kann.

Reisekosten

Falls du eine weite Anreise/Abreise hast, das Tier zurückbringen sollst, es zwischendurch irgendwo hinfahren bzw. es irgendwo hinbringen oder Besorgungen für das Tier erledigen musst, dann kannst du natürlich auch etwas mehr für solche Serviceleistungen verlangen. Die Reisekosten sollten definitiv vorher mit dem Tierbesitzer abgesprochen werden, damit es dort nicht zu Missverständnissen kommt. Natürlich ist es ein Unterschied, ob du öffentliche Verkehrsmittel oder deinen privaten PKW nutzt. Da Flexibilität im Bereich der Tierbetreuung wichtig ist, kannst du diese Mehrkosten gut rechtfertigen.

Die Preisbildung hängt also von vielen verschiedenen Faktoren ab, die sich natürlich auch pro Tierart unterscheiden. Es gibt folglich nicht den Preis, den wir dir hier präsentieren können. Allerdings gibt es gewisse Regeln, die du bei der Preisfindung beachten solltest:

1) Wir empfehlen je nach Tierart eigene Preiskategorien (z.B. Hunde anderes bepreisen als Katzen).

2) Wir empfehlen je nach Betreuungsart unterschiedliche Preise (Eine Tagesbetreuung ist natürlich umfangreicher als einmal Gassi-Gehen, entsprechend ist der Preis höher anzusetzen).

3) Deine Preise sollten weder zu niedrig noch zu hoch angesetzt werden, beides wirkt unseriös.

4) Deine Preise sollten deine Kenntnisse wiederspiegeln.

5) Deine Preise sollten unserer Meinung und Erfahrung nach zwischen 8 € und 35 € pro Betreuungseinheit liegen, abhängig von Tier, Betreuungsart, deinen Kenntnissen und Erfahrungen sowie den individuellen Anforderungen. Bitte sei bei der Preisgestaltung fair zu dir und anderen.

7. Versicherung im Fall der Fälle

Tiersitter sollten sich neben den schönen Momenten während der Tierbetreuung auch möglicher Unfälle oder Komplikationen bewusst sein. Um schlimmen Konsequenzen oder Unsicherheiten vorzubeugen, solltest du dich mit dem Tiersitter bezüglich eurer aktuellen Versicherungssituationen absprechen. 

Folgende Fragestellungen sollen dir einen Anhaltspunkt liefern, auf was du achten musst:

1) Hat das Tier eine Krankenversicherung bzw. OP-Versicherung?

2) Hat der Besitzer des Tiers eine spezielle Tierhaftpflicht für sein Tier und schließt diese im Falle eines Hundes, die Fremdhütung durch dritte Personen mit ein?

3) Welche möglichen Schäden übernimmt deine private Haftpflichtversicherung?

4) Gibt es mögliche Selbstbeteiligungen, die du im Zweifelsfall auslegen müsstest?

Wichtig bei diesen Fragen ist auch die Deckungssumme, d.h. bis zu welchem Betrag eine bestimmte Schadenskategorie versichert ist. Gerade beim Hundesitting sind die aufgeführten Punkte zu beachten, da ein Hund mit anderen Hunden und Menschen in der Öffentlichkeit agiert und es dort natürlich schneller zu einem Vorfall kommen kann. Hunde stellen eine eigene Versicherungskategorie dar, während andere Tiere über die normale Haftpflicht abgedeckt sein können.

8. Die Frage nach der Gewerblichkeit

In Deutschland herrscht Gewerbepflicht, d.h. jede Handlung die auf regelmäßige Gewinnerzielungsabsicht abzielt, muss den zuständigen Ämtern gemeldet werden. Die Frage, ob du als Sitter einer gewerblichen Tätigkeit nachgehst und entsprechend ein Gewerbe anmelden musst, obliegt letzten Endes dem für dich zuständigem Finanzamt.

Dabei kommt es immer auf den Einzelfall und unter anderem auf deine Situation im Hinblick auf Berufsstand (z.B. Student, Berufstätig, Pensioniert, etc.), möglichen weiteren Jobs und die Häufigkeit der Tierbetreuung an. Für viele Finanzämter ist es ein entscheidendes Kriterium, ob du eine längerfristige und dauerhafte Gewinnerzielungsabsicht hegst und in wieweit dein Verdienst zur Finanzierung deines Lebensunterhalts ausreicht. Mehr Infos dazu bekommst du bei deinem zuständigen Finanz- und Gewerbeamt. Bitte vertraue diesbezüglich nicht dem Internet, da dort viele Halbwahrheiten verbreitet werden.

Neugierig geworden? Dann melde dich einfach und unkompliziert bei Tibeo an und werde Tiersitter!