Tierfreundliche Putzmittel, Reinigungstipps & No-Go’s für jeden Tierhaushalt & Tiersitter

von Mai 15, 2020Gesundheit

Wenn Haustiere in deinem Haushalt leben oder wenn du Tiersitter bist und oft Hunde oder Katzen zu Besuch kommen, solltest du dir über tierfreundliche Putzmittel Gedanken machen. Spätestens in Coronazeiten ist es unumgänglich auf ein sauberes und hygienisches Zuhause zu achten und regelmäßig die Wohnung zu putzen und zu desinfizieren.

Wir zeigen dir hier interessante Reinigungstipps und No-Go’s für jeden Tierhaushalt!

Diese Putzmittel sind für Haustiere gefährlich

Menschen und insbesondere Kinder sollten bei bestimmten Putzmitteln äußerste Acht geben, denn viele Reinigungsmittel enthalten giftige Stoffe, die zu Vergiftungen und in seltenen Fällen auch zum Tod führen können. Auch Hunde, Katzen, Kaninchen und andere Haustiere sind von diversen handelsüblichen Putzmitteln gefährdet. 

Fast alle Reinigungsmittel, die du im Handel erwerben kannst, sind für Haustiere eine alltägliche Gefahr. Wenn du den Hinweis “Von Kindern fernhalten” oder “Außer Reichweite von Kindern aufbewahren” liest, bedeutet das für dich als Tierhalter oder Tiersitter auch für deine Schützlinge Alarmstufe Rot. Putzmittel mit Ammoniak, Bleichmittel wie Chlor oder Benzalkoniumchlorid sind besonders tödlich. Letzteres ist in fast allen desinfizierenden oder antibakteriellen Reinigungsmitteln und unter anderem auch in Sagrotan enthalten. WC-Reiniger, aggressive Backofenreiniger und Abflussreiniger, Schimmelmittel, Bad- und Küchenreiniger oder Waschmittel stellen ebenso eine Gefahrenquelle für Tiere dar. 

Letztendlich ist fast jedes Putzmittel für Hund und Katze giftig, da nur in den seltensten Fällen ungefährliche Stoffe enthalten sind.

Auch vermeintliche Bio-Putzmittel oder Shampoos enthalten oft Tenside, welche Wasser und Fett verbinden sollen. Diese waschaktiven Substanzen dienen auch der Schaumbildung und sind sowohl für die Umwelt als auch für Hunde und Katzen giftig. 

Putzmittel-Vergiftung bei Hunden oder Katzen ist schneller passiert als du denkst

Du denkst, du stellst deine Putzmittel einfach an einen sicheren Ort und deine Fellnasen sind sicher? Du plädierst auf den natürlichen Instinkt der Tiere? Leider ist es nicht so einfach. Um eine Vergiftung bei Haustieren auszulösen, muss dein Vierbeiner nämlich nicht mal direkt das Putzmittel aufnehmen. Hier einige Beispiele.

Du wischst den Boden mit Spülwasser, welches typischerweise ein paar Milliliter Spülmittel oder andere Reiniger enthält. Anschließend tapst deine Katze durch die Wohnung. Auf dem Boden bleiben immer Rückstände von dem Putzwasser, welche besonders, wenn der Boden noch nicht ganz getrocknet ist auf den Pfoten deiner Katze haften bleiben. Vor allem die Stubentiger sind sehr reinliche Wesen und putzen sich bekanntermaßen selbst. So kann es sein, dass deine Katze giftige Stoffe aufnimmt. 

Eine weitere Situation besteht, wenn du zum Beispiel deinen Hund fütterst. Oft kleckern diese beim Fressen und verteilen Futter auf dem Boden, welches nachher aufgenommen wird. Welpen und Junghunde sind zudem gefährdet, da diese oft an Möbelstücken knabbern oder Essensreste vom Boden schlecken.

Aber auch durch viele weitere alltägliche Situationen beim Putzen können unsere Haustiere vergiftet werden. Raumerfrischer oder Duftspender können von verspielten Katzen, Kitten oder Welpen gegessen werden, Putzwasser getrunken oder kleine Tröpfchen von Sprühflaschen auf dem Fell der Vierbeiner landen.

Selbst wenn die Reinigungsmittel nicht im Gebrauch sind und Verschlossen im Regal stehen können giftige Substanzen in die Luft gelangen. Oft sind die Flaschen nicht richtig verschlossen, weshalb sich Dämpfe in der Wohnung verbreiten können. Diese können sowohl für deine Haustiere als auch für dich schädlich sein und durch das Atmen aufgenommen werden.

Natürlich wird in den eben erwähnten Situationen im Normalfall nicht sofort eine Vergiftung ausgelöst. Dennoch gilt es alt Tierbesitzer und Tiersitter die Gefahren, die im Haushalt auf die Vierbeiner lauern, sofern es möglich ist zu minimieren. Hier findest du weitere Tipps, wie du in 5 Schritten ein tiersicheres Zuhause für deine Lieblinge schaffst!

Hund hat Putzwasser getrunken – So erkennst du eine Vergiftung und handelst richtig

Erwischst du deinen Vierbeiner unmittelbar bei der Aufnahme von Putzmittel, siehst wie er mit gefährlichen Substanzen in Kontakt kommt oder beobachtest ihn wie er am Eimer mit Putzwasser schleckt? Dann solltest du sofort Handeln! Spüle den Mund- und Rachenraum und seine Schnauze weitestgehend mit Wasser aus und verhindere besonders bei Katzen das Abschlecken des Fells. Am besten eignet sich dafür ein Halskragen. Um auf Nummer sicher zu gehen kannst du deinen Vierbeiner auch komplett Abduschen oder Baden. Sorge zudem für eine Zufuhr von ausreichend Frischluft.

Wenn du dir unsicher bist, kontaktiere einen Tierarzt und mach dich direkt auf dem Weg in die Praxis. Beim Reinigen der Mundhöhle kannst du nämlich einiges falsch machen. Beobachte deinen Vierbeiner danach genau, um Vergiftungserscheinungen zu erkennen und zu handeln. 

Symptome einer Putzmittel-Vergiftung können sein:

Fieber, übermäßiges Speicheln, Erbrechen, Lethargie, Fressunlust, Atemschwierigkeiten oder Probleme und Irritationen an der Haut, den Augen oder den Pfoten.

Katzen oder Hunde desinfizieren? Niemals!

Es sollte selbstverständlich sein, dass man Hunde, Katzen oder andere Tiere auch in Zeiten des Coronavirus nicht desinfiziert! Das Coronavirus ist im Normalfall nicht auf Haustiere übertragbar. In Desinfektionsmitteln sind Substanzen wie Wasserstoffperoxid, Chlor, Aldehyde oder Ketone enthalten. Ebenso das Isopropanol ist weitaus giftiger handelsüblicher Alkohol zum Trinken. Sowohl für Mensch als auch für Tier sind Händedesinfektionsmittel lungenschädlich, allergieauslösend, krebserregend und bei Aufnahme sogar tödlich. Sprühst du deinen Hund oder deine Katze mit Desinfektionsmittel ein, so können schwere Verletzungen an der Haut und den Schleimhäuten und Lungenschäden entstehen.

Um dich gegen das Coronavirus zu schützen, wasche dir nachdem du deinen Hund oder deine Katze gestreichelt hast, die Hände mit Seife. Vermeide zudem den direkten Kontakt von des Vierbeiners mit deinem Gesicht bzw. deinem Mund. Wenn du also die altbekannten Hygienemaßnahmen heranziehst, sollte auch das Covid-19 keine Chance haben.

Unsere Reinigungstipps und tierfreundliche Putzmittel für jeden Tierhaushalt

Natürlich möchte keiner auf einen sauberen Tierhaushalt verzichten. Um das Risiko für deine Vierbeiner und deine Gasttiere beim Putzen so gering wie möglich zu halten solltest du folgende Regeln in jedem Fall beachten. Bewahre deine Reinigungsmittel sicher und unzugänglich für Katzen und Hunde auf. Bestenfalls stellst du sie in einen Schrank, der gut verschlossen ist und sich in einem separaten Raum befindet. Wenn du den Fußboden deiner Wohnung wischst oder andere Einrichtungsgegenstände reinigst, verwende das Putzmittel sparsam. Achte außerdem darauf, dass deine Lieblinge nicht über frisch geputzte Böden laufen und halte sie von neu gereinigten Gegenständen fern. Besonders Junghunde, Welpen und Kitten solltest du immer im Auge behalten.

Willst du ganz auf chemische Reiniger verzichten? Dann haben wir hier tierfreundliche Putzmittel und einige Geheimtricks für einen Tierhaushalt.

1. Geheimwaffe Natron 

Für viele ist Natron nur eine Backzutat und die meisten wissen gar nicht von seiner vielseitigen und tierfreundlichen Anwendung als Putzmittel im Haushalt. Natron kann durch seine kleinen Körner als Scheuermittel verwendet werden und entfernt bei längerer Einwirkzeit auch Kalkreste in Bad oder Küche. Sogar als Backofenreiniger oder bei verstopften Abflüssen ist Natron eine natürliche Hilfe im Alltag. Gib einfach ein paar Esslöffel Natron in den Abschluss und lass es einige Stunden einwirken. 

Natron hilft auch gegen unangenehme Gerüche in Tierhaushalten. Viele kennen den beißenden Geruch von Katzenurin im Katzenklo. Dieser kann ganz einfach mit ein paar Esslöffel Natron gemildert werden.

2. Hundenapf mit Kartoffelschalen reinigen

Der Fressnapf deines Hundes ist dreckig und die möchtest ihr umweltschonend reinigen? Gerade bei Dingen, mit denen Hunde direkt und tagtäglich in Kontakt kommen, wie den Futtertrog, solltest du auf ein tierfreundliches Putzmittel achten. Natürlich kannst du auch normales Spülmittel verwenden, musst jedoch sehr sparsam sein und die Schüssel sollte absolut rückstandsfrei von Chemikalien sein. Eine weitaus einfachere und ungefährliche Alternative sind rohe Kartoffelschalen. Die darin enthaltene Stärke wirkt ähnlich wie bei Backpulver, Natron oder Speisestärke und entfernt eingetrockneten Schmutz auf Edelstahl vollkommen natürlich und ohne Chemie. Reibe den Hundetrog einfach mich den Schalen ein, lass es kurz einwirken und spüle es mir warmen Wasser ab dein Napf glänzt wieder wie neu.

Auch andere Oberflächen wie Glas bringst du damit wieder zum Glänzen. Und wenn deine Spiegel im Bad schnell beschlagen helfen Kartoffelschalen ebenso. 

3. Hundegeruch entfernen – Putzmittel gegen Hundegeruch

Jeder kennt ihn, den müffligen Geruch in Hundehaushalten. Für diesen Hundegeruch gibt es viele Putzmittel, welche ihn entfernen oder überdecken sollen. Doch diese sind meist nicht tierfreundlich und beinhalten schädliche Stoffe. Gerüche lassen sich in der Regel ganz gut mit Essig mildern. Füge deinem Wischwasser einfach einen Schuss Essig hinzu und du wirst sehen wie es gegen Hundegeruch hilft.

Auch bei Polstern, Teppichen und Sofas kann oft ein Spritzer Essig unangenehme Gerüche reduzieren.  Hat dein Hund oder deine Katze einen Fleck auf dem Teppich oder der Couch hinterlassen und du hast ihn noch rechtzeitig bemerkt, so kann Speisestärke helfen, Flüssigkeiten aufzunehmen.

4. Ökologische Putzmittel 

Wenn du lange genug suchst, findest du auch tierfreundliche Putzmittel, die sanft und unschädlich reinigen. Ganz ohne giftige oder bedenkliche Substanzen kannst du so sorgenfrei deine komplette Wohnung putzen und die keine Gedanken um deine Fellnasen machen. Ein Beispiel hierfür ist das Putzmittel von Tierfee, welches ganz ohne Duftstoffe, chemische Stoffe und Tierversuche hergestellt ist und zudem noch vegan ist. Vom ökologischen Bodenreiniger über Polsterreiniger bis hin zu tierfreundlichen Spülmittel – hier findest du sicher etwas für dich und deinen Tierhaushalt!

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