Tierbetreuung – Das musst du als Tierbesitzer wissen

von Jun 17, 2019Tierhalter0 Kommentare

Tiere bereichern unser Leben. Sie schenken uns Freude, Kraft ein Lächeln an jedem Tag. Doch leider können wir nicht immer für unsere Lieblinge da sein und sie artgerecht betreuen. Jeder Tierhalter stellte sich bestimmt schon einmal folgende Frage: Wo finde ich eine angemessene Tierbetreuung und was ist für mein Tier eigentlich das Richtige? Es geht hier nicht nur um die Qualität und die Preisgestaltung bei der Unterbringung sondern auch um Vertrauen.

Der folgende Artikel soll dir Ratschläge und Tipps zum Thema Tierbetreuung während deiner Abwesenheit geben, sodass es dir und deinem Tier während der Zeit an nichts fehlt und ihr euch danach freudig wiedersehen könnt.

Zuerst einmal ist es wichtig, welches Haustier du besitzt. Die Anforderungen für die Betreuung von Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel und Reptilien unterscheiden sich selbstverständlich in Art und Intensität. Außerdem stellt sich die Frage, ob und warum man seine Tiere nicht einfach mitnehmen kann?

Die Bedürfnisse der Tiere nicht aus den Augen verlieren

Die Zeiten, wo Hunde nur die Essensreste bekommen haben, rein als Wachhund fungierten und Katzen und Kaninchen einsam und lustlos gehalten worden sind, sollten eigentlich vorbei sein. Tiere haben eine Seele, Bedürfnisse und spüren, wenn vermutlich auch auf andere Art, Freude, Angst und Zuneigung wie wir Menschen.

Wie oben erwähnt, ist es besonders für Katzen (ausgenommen Freigängerkatzen), Kleintiere, Vögel und Co. extrem wichtig, nicht alleine, sondern mindestens zu zweit gehalten zu werden. Diese Tiere haben gerne Spielkameraden und Freunde um sich und leiden in Einsamkeit. Apathisches Verhalten, Depressionen, Essstörungen, aggressives Verhalten und Selbstverletzungen können auf fehlende soziale Bindungen hindeuten. Diese Tiere alleine zu halten ist Tierquälerei! Hunde dagegen müssen nicht unbedingt zu zweit gehalten werden. Allerdings muss der Tierbesitzer selbstverständlich viel Zeit für Beschäftigung und Aufmerksamkeit sowie Erziehung mitbringen.

Deshalb ist es wichtig, Tieren in Abwesenheit ihrer Besitzer eine Betreuung zukommen zu lassen, die ihren Ansprüchen gerecht wird und sie rundum versorgt. Einfach nur seinen Nachbar, Freunde oder Bekannte mal eben nach dem Tier gucken lassen reicht einfach nicht aus. Dem Tier soll es gut gehen, es soll leben und nicht einfach nur vegetieren. Tierbetreuung bedeutet nicht, schnell Futter und Wasser auszutauschen und dann wieder zu gehen. Es bedeutet dem Tier etwas der eigenen Zeit zu schenken und sich mit ihm zu beschäftigen, damit es die Abwesenheit seiner Besitzer gut verkraftet.

Als Tierbesitzer sollte man sich darüber bewusst sein, dass die kostenfreie Variante (Freunde, Bekannte, Familie) oft nicht die richtige bzw. beste Wahl ist. Es ist ratsamer, etwas Geld auszugeben und dafür eine intensive und kompetente Tierbetreuung für das eigene Tier zu erhalten.

Verschiedene Möglichkeiten der Tierbetreuung

Es gibt heutzutage mehrere Möglichkeiten ein Tier unterzubringen. Entscheidend ist, was genau dein Tier und du benötigen und inwieweit dir gewisse Punkte wichtig sind. Hier findest du die Vor- und Nachteile der gängigsten Möglichkeiten für Tierbetreuung während deiner Abwesenheit:

1. Private Tiersitter

Die flexibelste und persönlichste Lösung für alle Tierbesitzer

+ Flexibel: räumlich und zeitlich

+ Individuell: verschiedenste Betreuungsformen

+ Persönlich: Fokus nur auf die betreuten Tiere

+ Faire Preise: je nach Tier und Betreuungsform

+ Gute Expertise: oft jahrelange Erfahrung mit eigenen Tieren

+ Auswahl: mehrere Anbieter, sehr viele Tierfreunde

„Schwarze Schafe“ auf dem Markt

Vertrauensproblematik

2. Tierpensionen

Die „Standardlösung“ für Tierbesitzer

+ Bewährtes Konzept

+ Erfahrene Betreuer

+ Einfache Kontaktaufnahme

+ Klare Preisstruktur

+ Meist gute Ausstattung

 Standard-Abfertigung und keine Individualität

Unflexibel und oft ausgebucht

Teilweise schwer zu erreichen, da außerhalb

Oft leider teuer, besonders zur Urlaubszeit

Mögliche Spannungen mit anderen Tieren

3. Tierheime

Die „Notlösung“ für Tierbesitzer

+ Meist in jeder größeren Stadt

+ Erfahrene Betreuer

+ Kostengünstig

Begrenzte Kapazitäten

Kleine Käfige bzw. kaum Auslaufzonen

Stress durch sehr viele andere Tiere

Wenig Zeit für Tiere, da viele Tiere

Wir sind der Meinung, dass du dich zwischen einem privaten Tiersitter und einer Tierpension entscheiden solltest. Tierheime erfüllen bekanntlich eigentlich einen anderen Zweck und sind für das Thema Tierbetreuung nur bedingt geeignet.

Da wir jedoch besonders von privaten Tiersittern angetan sind und diese Art der Tierbetreuung als zukunftsweisend sehen, wirst du in den nächsten Abschnitten noch einiges rund um diese Betreuungsform lesen.

Wichtige Punkte bei der Auswahl eines privaten Tiersitters

Einen geeigneten privaten Tiersitter zu finden, klingt möglicherweise einfacher als es ist. Aber auch die Suche nach einer vernünftigen Tierpension kann zu vielen Ärgernissen führen. Tierbetreuung ist ein sensibles Thema und muss mit größter Sorgfalt angegangen werden. Ein privater Tiersitter muss deshalb gewisse Anforderungen und Kriterien erfüllen, auf die du als Besitzer unbedingt achten musst.

Kennenlern-Treffen

Du solltest darauf achten, ob der potentielle Tierbesitzer ein Kennenlernen vor Buchungsbeginn vorschlägt. Dies ist ein sehr gutes und wichtiges Zeichen und zeugt von Professionalität. Falls nicht, solltest du es unbedingt vorschlagen, möglicherweise kennt der Tiersitter dieses Vorgehen von anderen Tierbetreuungsaufträgen nicht. Ein Kennenlern-Treffen ist ein absolutes Muss für eine seriöse Tierbetreuung. Hier könnt ihr euch gegenseitig kennenlernen, um zu gucken ob es zwischenmenschlich passt und alle wichtigen Punkte rund um das Tier und dessen Betreuung besprechen.

Solltest du einen Hund haben bietet es sich an diesen zum Treffen mitzubringen, damit er den potentiellen Tiersitter direkt „beschnüffeln“ kann und auch der Tiersitter sich mit dem Hund auseinandersetzen kann.

Bei revierbezogenen Tieren (Katzen, Kleintieren, Vögeln, Reptilien) kannst du den Tiersitter nach Hause einladen und ihr könnt gemeinsam alles Weitere besprechen und der Tiersitter hat auch hier die Möglichkeit, die Tiere kennenzulernen. Wichtig ist, dass die Chemie zwischen Tierbesitzer, Tiersitter und dem Tier stimmt und alle drei Parteien ein gutes Gefühl bei der Sache haben!

Kompetenzen erfragen und Unklarheiten beseitigen

Wichtig ist, dass der potentielle Tiersitter über Fachkenntnisse verfügt. Fachkenntnisse müssen nicht unbedingt eine abgeschlossene Ausbildung, ein Studium oder ein Doktor-Titel sein. Tierbetreuung ist meist Erfahrungssache und nicht durch Kurse erlernbar. Es kann entsprechend auch jahrzehntelange Expertise und Erfahrung mit Tieren im Rahmen von eigenen Tieren, Tierbetreuungserfahrungen, Tierschutzarbeit etc. sein. Hier solltest du definitiv gut nachfragen, um dir ein Bild von den Kenntnissen und Qualitäten deines Tiersitters zu machen.

Solltest du Zweifel an der Eignung des Tiersitters haben, raten wir dir weiterzusuchen. Unkenntnis oder Unvermögen können in der Tierbetreuung gravierende Auswirkungen haben. Davon abgesehen sollte jede noch so kleine Unklarheit abgehandelt werden, sodass der Tiersitter entsprechend handeln kannst.

Möglicherweise kannst du dem Tiersitter auch eine Liste hinterlassen, auf der die wichtigsten Punkte, Besonderheiten und Kontaktmöglichkeiten für Notfälle aufgelistet sind. Hast du vergessen wichtige Sachverhalte im Gespräch zu erwähnen, solltest du diese dem Tiersitter nachträglich schnell nachreichen, damit die Tierbetreuung weiterhin problemlos und entspannt verlaufen kann.

Kommunikation

Im Hinblick auf einen privaten Tiersitter und deine Abwesenheit ist gute Kommunikation absolut unverzichtbar. Du solltest definitiv die Handynummern mit deinem Tiersitter austauschen, damit ihr euch immer gegenseitig erreichen könnt. Ihr könnt die Kommunikation entweder spontan halten aber ihr macht aus, dass der Tiersitter dir zu einer bestimmten Tageszeit eine kurze Nachricht zum aktuellen Stand schreibt oder ab und zu Bilder oder Videos deines Tiers sendet. Wichtig ist, dass dies auch in Eigeninitiative vom Tiersitter ausgeht und nicht immer nur auf Nachfrage deinerseits. Wenn der Tiersitter von sich aus auf dich zukommt, stärkt es das Vertrauen zwischen euch und zeigt, dass er seinen Job gut und regelmäßig erledigt und das Tier glücklich ist. Bei wichtigen Terminen, Problemen oder auch Entscheidungen solltest du mit dem Tiersitter telefonieren, da dort die Informationen bekanntlich schneller ausgetauscht werden können.

Freundlichkeit

Der Punkt sollte selbstverständlich sein, wird von vielen Menschen in unserer heutigen Zeit jedoch außer Acht gelassen. Ein Lächeln, eine freundliche Nachfrage oder einfach einmal Hilfsbereitschaft können viel bewirken und sind auch bei der Tierbetreuung nicht wegzudenken. Du musst dich mit dem Tierbesitzer gut verstehen, es muss menschlich passen und ihr solltet auch gemeinsam lachen können. Tierbetreuung ist keine unpersönliche Dienstleistung oder ein Produkt, was standardisiert erstellt werden kann. Entsprechend ist das Zwischenmenschliche so ziemlich das Wichtigste und kann auch durch nichts Anderes kompensiert werden. Denk immer daran, ein guter Tiersitter ist nicht nur ein Profi in Sachen Tier und Tierbetreuung, sondern auch ein Experte im Thema „Mensch sein“.

Was ist für mein Tier während der Betreuung durch einen Tiersitter wichtig?

Während der Abwesenheit des Tierbesitzers sollten grundsätzliche Punkte beachtet werden, damit das Tier während der privaten Tierbetreuung eine schöne und der Besitzer eine sorgenfreie Zeit hat:

  1. Vorheriges Kennenlernen des Tiersitters (sowohl für Besitzer als auch für das Tier)
  2. Schulung des Tiersitters, am besten direkt am jeweiligen Tier
  3. Fühlt sich der Tiersitter dem Tier gewachsen oder gibt es Bedenken?
  4. Spiel-, Kuschel und Pflegezeit festlegen und Lieblingsbeschäftigungen der Tiere zeigen
  5. Fütterungs- und Auslaufzeiten sowie mögliche Verbote definieren (z.B. Räume, Nahrung etc.)
  6. Ängste, Allergien, besondere Verhaltensweisen und Angewohnheiten erläutern
  7. Futter, Spielsachen, Streu und ggf. Medikamente in ausreichenden Mengen bereitstellen
  8. Falls nötig, Einnahme von Medikamenten besprechen und möglicherweise gemeinsam üben
  9. Kontaktdaten des Tierarztes oder einer Tierklinik bereitlegen
  10. Falls möglich nahe Personen einweihen, falls der Tiersitter bspw. schwer erkrankt
  11. Infos rund um die Umgebung (bei Hunden oder Freigängerkatzen) zur Orientierung
  12. Verhalten im Notfall besprechen

Mit diesen Punkten im Hinterkopf, sollte der problemlosen Betreuung nicht mehr im Wege stehen!

Versicherungen bei Tierbetreuung

Viele Tierbesitzer sind sich über eine Tierversicherung gar nicht im Klaren. Dabei ist es extrem wichtig, Tiere für den Notfall abzusichern. Natürlich ist es immer eine Abwägungssache, ob man monatliche Beiträge für eine Versicherung zahlt oder etwas Geld zurücklegt, für den Fall, dass das Tier behandelt oder Medikamente gekauft werden müssen oder dass Schäden beglichen werden müssen. Trotzdem sollten sich Tierbesitzer besonders im Hinblick auf der individuellen Tierbetreuung einige Fragen stellen, damit in Notfallsituationen schnell reagiert werden kann:

1) Braucht das Tier eine Krankenversicherung bzw. OP-Versicherung? Falls nein, wieviel Geld spare ich pro Monat für eine mögliche Behandlung und wie kann ich es schnell verfügbar machen?

2) Brauche ich eine spezielle Tierhaftpflicht für mein Tier und schließt diese im Falle eines Hundes, die Fremdhütung durch dritte Personen mit ein? Die Tierhaftpflicht ist ein sehr wichtiger und unserer Meinung nach unumgänglicher Punkt für Hundebesitzer!

3) Welche möglichen Schäden übernimmt meine private Haftpflichtversicherung?

4) Gibt es Selbstbeteiligungen, der Tiersitter möglicherweise auslegen muss?

Bitte mache dir über diese Punkte gut Gedanken und bespreche mögliche Notfallsituationen mit dem Tiersitter. Besonders im Hinblick auf die Gesundheit des Tiers dürfen keine Missverständnisse bestehen, damit der Tiersitter im Notfall schnell und richtig handeln kann. Wichtig bei all diesen Fragen ist auch die Deckungssumme der jeweiligen Versicherung, d.h. bis zu welchem Betrag eine bestimmte Schadenskategorie versichert ist. Gerade bei der Betreuung eines Hundes sind die aufgeführten Punkte zu beachten, da ein Hund mit anderen Hunden und Menschen in der Öffentlichkeit agiert und es dort schneller zu einem Vorfall kommen kann. Hunde stellen eine komplett eigene Versicherungskategorie dar, während andere Tiere über die normale Haftpflicht abgedeckt sein können.

Entlohnung für die Tierbetreuung

Eine fürsorgliche und individuelle Tierbetreuung erfordert viel Zeit, Einsatz und Leidenschaft vom Tiersitter, natürlich stößt man als Tierbesitzer zwangsläufig auf die Frage, wie hoch denn die Entlohnung sein soll. Da die Entlohnung von vielen Faktoren wie Tierart, Dauer, Intensität, Sonderwünsche, Anreise usw. abhängt. Aber natürlich gibt es gewisse Grundkriterien, an denen sich ein Preis festmachen lässt.

Erfahrung

Erfahrung ist im Leben unglaublich viel wert und vor allem im Tier- bzw. im Tierbetreuungsbereich. Je mehr Erfahrungen und Kenntnisse der Tiersitter in dem Bereich vorweisen kann, desto mehr Geld kann er natürlich auch verlangen. Sollten zu den Erfahrungswerten noch mögliche Ausbildungen, Studien oder Weiterbildungen kommen, können sich diese natürlich auch auf den Preis auswirken.

Beliebtheit

Angebot und Nachfrage bestimmen unsere Wirtschaftswert und bei der Tierbetreuung ist es nicht anderes. Wenn ein Tiersitter immer einen vollen Terminkalender hat und dessen Kenntnisse sich herumgesprochen haben, ist es oft so, dass dieser teurer ist, da die Qualität für sich spricht.

Besondere Kenntnisse

Möglicherweise ist der Tiersitter auf eine Tierart besonders spezialisiert oder hat Qualifikationen, die über „normale“ Tiersitter hinausgehen? Entsprechend dieser besonderen Kenntnisse (z.B. Hundetraining, Kurse für Erste Hilfe beim Hund, tierärztliche oder tierpsychologische Ausbildung, etc.) kann er natürlich seine Preise anpassen. Wichtig ist hierbei, dass der Sitter das Wissen auch wirklich praktisch anwenden kann und es nicht nur theoretisch vorhanden ist.

Reisekosten

Falls der Tiersitter eine weite Anreise/Abreise hast, das Tier zurückbringen soll, es zwischendurch irgendwo hinfahren bzw. es irgendwo hinbringen oder Besorgungen für das Tier erledigen muss, dann kann er natürlich auch etwas mehr für solche Serviceleistungen verlangen.

Die Reisekosten sollten definitiv vorher mit dem Tiersitter abgesprochen werden, damit es dort nicht zu Missverständnissen kommt. Natürlich ist es unterschiedlich, ob er öffentliche Verkehrsmittel oder seinen privaten PKW nutzt. Da Flexibilität im Bereich der Tierbetreuung wichtig ist, sind diese Mehrkosten oft gut investiertes Geld.

Fazit Preise

Die Preisbildung hängt, wie du siehst, von vielen verschiedenen Faktoren ab, die sich natürlich auch pro Tierart unterscheiden. Es gibt folglich nicht DEN Preis, den wir dir hier präsentieren können. Allerdings gibt es gewisse Regeln, die du bei der Entlohnung beachten solltest:

1) Wir empfehlen je nach Tierart eigene Preise (z.B. Hunde anderes bepreisen als Katzen).

2) Wir empfehlen je nach Betreuungsart unterschiedliche Preise (Eine Tagesbetreuung ist natürlich umfangreicher als einmal Gassi-Gehen, entsprechend ist der Preis höher anzusetzen).

3) Die Tiersitter-Preise sollten weder zu niedrig noch zu hoch angesetzt werden, beides wirkt unseriös.

4) Die Tiersitter-Preise sollten seine Kenntnisse wiederspiegeln.

5) Die Preise sollten unserer Meinung und Erfahrung nach zwischen 8 € und 35 € pro Betreuungseinheit liegen, abhängig von Tier, Betreuungsart, deinen Kenntnissen und Erfahrungen sowie den individuellen Anforderungen. Bitte sei bei der Bezahlung fair zu dir und anderen.