Die 7 faszinierenden Sinne der Katzen – Das steckt in den Stubentigern

von Mrz 21, 2020Alltag

Katzen sind einfach bezaubernde Wesen. Die Stubentiger sind neben Hunden die beliebtesten Haustiere in Deutschland. Fremden Menschen treten sie eher skeptisch gegenüber und gewähren ihnen selten einen Einblick in ihr Inneres. Katzensitter müssen daher ein ganz besonderes Gespür für die Samtpfoten mit sich bringen.

Gehe mit uns dem geheimnisvollen Charme auf den Grund und erfahre mehr über die 7 faszinierenden Sinne der Katzen!

1. Der Sehsinn der Katze

Katzen sind faszinierende Haustiere und dies beginnt bereits bei ihren geheimnisvollen Augen. Die leicht angeschrägten Augen gelten auch für Menschen als Schönheitssymbol. Der Sehsinn ist der wichtigste Sinn für Katzen.

Das Katzenauge hat sich perfekt für die Jagd angepasst. Das kannst du als Tiersitter auch prima beim Spielen mit Katzen einsetzen. Katzen sehen 6 mal schärfer als wir Menschen und können schnelle Bewegungen viel besser wahrnehmen. Dafür sind wir in der Lage langsamere Bewegungen detaillierter zu erfassen. 

Die Entwicklung des Sehsinns

Bei der Geburt sind die kleinen Kitten noch blind und taub und müssen sich voll und ganz auf ihren Geruchssinn verlassen. Erst nach 10 Wochen erreichen die Augen ihre volle Sehkraft. Die bei allen Katzenjungen blaue Iris bekommt erst nach 3 Monaten ihre endgültige Farbe. 

Die häufigste Augenfarbe bei Katzen ist grün. Aufgrund diverser Züchtungen sind mittlerweile von Rot über Blau bis hin zu Gelb fast alle Augenfarben vertreten.

Warum sehen Katzen im Dunkeln?

Auch Dunkelheit ist kein Problem für Katzen. Aufgrund ihrer Nachtaktivität sind ihre Augen so gebaut, dass sie auch im Dunkeln gut sehen können. Das hat im wesentlichen 3 Gründe:

  • Wie du vielleicht schon bemerkt hast, können Katzen ihre Pupillen extrem weit öffnen, mehr Licht durch ihre Netzhaut aufnehmen und somit auch schwaches Licht wahrnehmen.
  • Auf der Netzhaut der Katze befinden sich weniger Stäbchen, die für die Farbwahrnehmung zuständig sind und dafür mehr Zäpfchen, die auf Hell-Dunkel-Reize reagieren.
  • Katzen verfügen, wie viele nachtaktive Tiere, über das sogenannte Tapetum lucidum. Das ist eine Schicht hinter der Netzhaut, die das Licht zurückwirft, sodass es die Zäpfchen erneut aufnehmen können. Das ist auch der Grund, weshalb Katzenaugen leuchten, wenn Licht auf sie fällt.

Herrscht allerdings vollständige Dunkelheit können Katzen auch nichts sehen. 

Die Lieblingsfarbe der Katzen ist blau

Im Hinblick auf die Farbwahrnehmung liegen Menschen jedoch weiter vorn. Es wird angenommen, dass Katzen von den 3 Zapfenarten nur 2 besitzen. Ähnlich wie Hunde registrieren Katzen überwiegend die Farben Gelb und Blau. Rot nehmen sie gelblich oder in verschiedenen Graustufen wahr. 

In einem Versuch der Universität Mainz wurde herausgefunden, dass Katzen die Farbe Blau bevorzugen. 95 % der Katzen präferierten das Futter mit einer blauen Beleuchtung. Tierheilpraktiker benutzen die Farbe Blau sogar für unzählige Behandlungsgebiete. Blau ist eine kalte Farbe und soll antibakteriell und entzündungshemmend wirken. So sollen von Schockzuständen und Stress über Verspannungen der Muskulatur bis hin zu schlecht heilenden Wunden und Zahnproblemen viele psychische und physische Probleme behandelt werden können. 

2. Der Geschmackssinn 

Katzen sind kleine Feinschmecker und beim Essen sehr wählerisch. Dabei ist der Geschmackssinn gar nicht so stark ausgeprägt. Forscher haben herausgefunden, dass die Fellnasen weniger empfindlich auf Bitterstoffe reagieren als Menschen. Auch Süßes wird sehr schwach wahrgenommen. Salzig und sauer schmecken Katzen im Futter. 

Ob der kleine Stubentiger die Nahrung letztendlich aufnimmt, hängt aber nicht nur vom Geschmackssinn ab. Auch der Geruchssinn und der Tastsinn spielen eine zentrale Rolle. Am Geschmackssinnn der Katze ist natürlich die Zunge nicht ganz unbeteiligt. Auf ihr befinden sich zahlreiche Geschmacksknospen, welche auf der gesamten Zunge verteilt sind. 

Weitere Ursachen können heilende Wunden oder verklebte und verkrustete Stellen sein. Schlimmstenfalls wurde das Tier von Parasiten, wie Flöhen oder Läusen befallen. Behalte bitte die betroffenen Hautstellen gut im Auge. Meist ist die Ursache leicht herauszufinden.

Warum ist die Katzenzunge so rau?

Viele verbinden mit Katzen sofort ihre raue Zunge. Grund für die typisch raue Zunge bei Katzen sind die sogenannten Papillen. Diese kleinen Erhebungen haben unterschiedliche Formen und Funktionen. 

Die pilzförmigen und kraterförmigen Papillen, wie bereits erwähnt, dienen zum Schmecken der Nahrung.

Die deutlich sichtbaren und spürbaren Fadenpapillen sind fast auf der ganzen Zunge verteilt und fungieren als Minizähne und Universalwerkzeug. Sie sind nach hinten gerichtet und bestehen aus Horn und verleihen der Katzenzunge die charakteristische Haptik. Bei der Nahrungsaufnahme dienen sie als Schleifpapier und entfernen zum Beispiel die letzten Fleischreste vom Knochen. Beim Trinken helfen die kleinen Stacheln der Katze, das Wasser effektiver aufzunehmen.   

Auch bei der Fellpflege sind die Papillen nicht ganz unwichtig. Der auf der Zunge integrierte Minikamm entfernt Schmutz und nimmt überschüssige Haare auf. Zudem dient er als kleine Massagebürste und hat eine entspannende Wirkung auf unsere Miezen. 

Die Zähne der Katze

Zähne bedeuten für Katzen weit mehr als nur Zerkleinern von Nahrung. Sie dienen als lebensnotwendiges Werkzeug. Wichtige Aufgaben neben dem Essen sind zum Beispiel das Fangen und Töten von Beute sowie die Verteidigung im Kampf.

Dabei spielen die großen Eckzähne für Katzen eine nicht unbedeutende Rolle. Sie nutzen die langen Beißerchen unter anderem zum Entfernen von Dreck, zur Haut- und Fellpflege, zum Stutzen ihrer Krallen und sogar, um ihre Kitten zu tragen.

Apropos Kitten – auch Katzen haben Milchzähne, welche je nach Zahnart bereits nach wenigen Wochen ersetzt werden.

3. Der Geruchssinn

Obwohl sich Katzen in erster Linie optisch orientieren, spielt der Geruchssinn bei den Tigern eine große Rolle. Denn bereits als Neugeborenes, bei dem die kleinen Kitten noch blind und taub sind, finden sie alleine durch den Geruch den Weg zur Zitze der Mutter.

Zwar riechen Katzen lange nicht so gut wie Hunde, aber dennoch 3 mal besser wie wir Menschen. Der Geruchssinn wird dabei sowohl zum Auswählen von Nahrung als auch zur Kommunikation und im Sexualverhalten benötigt.

Katzen verfügen über spezielle Pheromone, die zwischen den Zehen und aus Kinn und Wange abgesondert werden. Die Fellnasen sind sehr geruchssensibel und möchten am liebsten ihren Duft in ihrem kompletten Revier verteilen. Das ist auch der Grund, weshalb sie so gerne zur Begrüßung an den Beinen entlang streifen oder andere Gegenstände berühren möchten. Es kann auch sein, dass sie deswegen auf neue Dinge in der Wohnung oder Menschen skeptisch reagieren. Insbesondere für Katzensitter ist es wichtig, fremde Katzen richtig zu begrüßen.

4. Der Hörsinn

Katzen hören dreimal besser als Menschen und sogar mehr als Hunde. Ihre großen, aufgerichteten Ohren können sie unabhängig voneinander bewegen und damit ihre Beute perfekt aufspühren. So hören sie beispielsweise eine Maus, noch bevor sie überhaupt vor ihnen steht. Es ist also nicht erstaunlich, dass die kleinen Tiger auch bei den leisesten Geräuschen bereits aufschrecken. 

Bleibt die Augenfarbe von weißen Katzen blau, muss man damit rechnen, dass sie taub sind. Grund dafür ist ein spezielles Gen, welches für die weiße Fellfarbe verantwortlich ist, und auch für die Taubheit ausschlaggebend sein soll.

Dieses Gen kann auch durch Scheckungen vererbt werden und ist bei fast allen Katzenrassen vertreten. Bei manchen Rassen, wie der Perserkatze oder der Norwegischen Waldkatze kommt der Gendefekt häufiger vor.

5. Der Gleichgewichtssinn

Katzen sind wahrhaftige Meister im Klettern und die Athleten schlechthin. Sie haben dank ihres agilen Körpers und Schwanzes einen herausragenden Gleichgewichtssinn. Balancieren auf der schmalsten Mauer oder zentimetergenaue Sprünge – Katzen sind sich ihren Bewegungen immer sicher. 

Damit können sie selbst bei einem Fall von 2 Metern Höhe unverletzt auf allen Vieren landen und Stürze perfekt abfangen. Das ist in manchen Fällen sogar sehr hilfreich, denn der Abstieg bereitet ihnen durchaus Probleme. Dafür kommen die Krallen besonders zum Einsatz. 

Wusstest du, dass Katzen nur 18 Krallen haben? 

Katzen haben an den beiden Hinterpfoten nur jeweils 4 Krallen. Katzenkrallen sind in Ruhestellung und beim Laufen nicht sichtbar. Sie sind eingefahren, damit sie sich nicht so schnell abnutzen und die Katzen möglichst leise schleichen können. In vielen anderen Situationen kommen die Krallen allerdings zum Einsatz. Im Kampf als Waffe, beim Beutefang zum Festhalten und beim Klettern und Springen für einen idealen Halt – die Katzenkrallen sind ein wahres Multitalent!

Die Krallen der Katze bestehen zum einen aus dem Horn, welches ständig gewetzt werden muss, damit es scharf bleibt. Zum anderen enthalten sie im Inneren ein Mark. Dieses Krallenmark besteht aus einem Gewebe und ist durchblutet und demzufolge auch schmerzempfindlich. 

6. Der Tastsinn 

Das Tasten geschieht überwiegend mit Hilfe der Tasthaare, auch Vibrissen genannt. Sie helfen den Katzen sich zu orientieren und ermöglichen ihnen ein Raumgefühl zu entwickeln. Solche Tasthaare sind über den ganzen Körper der Katze verteilt. Die auffallendsten Tasthaare sind die Schnurrbarthaare. Diese erlauben der Katze zum Beispiel abzumessen, ob sie durch einen Spalt passt oder nicht. Neben den Schnurrhaaren sind die präsentesten Haare die an den Wangen und über den Augenbrauen.

Die Tasthaare haben deutlich tiefer in der Haut sitzende Haarwurzeln, welche mit zahlreichen Nervenzellen verbunden sind. Dadurch können die Katzen sogar kleine Luftbewegungen wahrnehmen, welche zum Beispiel von ihrer sich bewegenden Beute verursacht werden.

Eine Katze hat im Durchschnitt 24 Schnurrbarthaare, welche bereits bei der Geburt voll entwickelt sind. Manche Katzenmütter beißen die Schnurrhaare ihres Nachwuchses auch ab, um ihren Bewegungsdrang etwas einzuschränken.

Das Bewegen der Schnurrbarthaare nutzen Katzen auch als zusätzliches Mittel zur Kommunikation. Bei nach vorne gerichteten Schnurrbarthaaren äußern sie oft Neugierde oder Kontaktfreudigkeit.

Ein weiteres Instrument des Tastsinns sind die Pfoten der Katze. Diese sind so empfindlich, dass sogar die Erschütterungen einer laufenden Maus und auch leise Geräusche wahrgenommen werden. Deshalb ist es möglich, dass Katzen wegen der ständigen Reizung durch Fahrstühle, Waschmaschinen oder Kühlschränke dauerhaften Stress empfinden.

7. Die innere Uhr

Katzen verfügen über ein gutes Zeitgefühl. Dabei orientieren sie sich nicht wie wir Menschen an der Uhr, sondern verknüpfen Ereignisse welche Tag für Tag gleich sind miteinander und gewöhnen sich daran. Beispielsweise könnte eine Katze das Klingeln des Weckers oder den Sonnenaufgang mit dem Frühstück verbinden. Nachdem sie sich daran gewöhnt hat steht sie auch am Wochenende auf und erwartet das Frühstück, obwohl der Besitzer noch schläft und der Wecker nicht klingelt.

Grundsätzlich mögen die Fellnasen einen festen Tagesablauf, aber jede nimmt es mit der Pünktlichkeit anders. Die Stubentiger sind meistens stark auf ihren Besitzer und damit auch dessen Rhythmus fixiert, wohingegen Freiläufer sich gerne mal etwas länger Zeit lassen.

Faszinierend, oder? Katzen sind zwar stille und zurückhaltende Vierbeiner, allerdings nehmen sie doch viel mehr wahr als wir denken. Hast du jetzt auch Lust bekommen, mehr Zeit mit den Stubentigern zu verbringen? Dann werde jetzt Katzensitter und kümmere dich um Katzen in deiner Nachbarschaft!

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