10 Symptome für Hundekrankheiten während der Tierbetreuung

von Apr 17, 2020Gesundheit

Eine Krankheit in Abwesenheit des Tierbesitzers ist wohl der Schrecken jedes Tiersitters. Doch das Leben ist schwer vorhersehbar und auch das Leben mit einem Haustier ist da keine Ausnahme. Falls du einen Hund, eine Katze oder andere Tiere betreust, bei welchen du Anzeichen einer Krankheit wahrnimmst, solltest du schnell und überlegt handeln.

Wir zeigen dir, welche 10 Symptome auf eine Hundekrankheit oder Katzenkrankheit hindeuten und wie du mit deinem Gasthund am besten reagierst. Eines vorweg – die Kommunikation mit dem Tierhalter steht neben dem Wohl des Tieres an erster Stelle!

1. Lethargie

Lethargie bedeutet so viel wie Trägheit und ist für den Tierhalter eigentlich leicht zu erkennen. Sie kann sich beispielsweise durch ein deutlich erhöhtes Schlafbedürfnis oder einer Änderung der Aktivität äußern. Auch Verhaltensänderungen, wie eine verringerte Reizschwelle, die sich in Aggressivität widerspiegelt, sind ein Anzeichen für eine Krankheit.

Als Tiersitter erkennst du das womöglich nicht so schnell wie der Tierhalter, da du nicht weißt, wie sich das Tier normalerweise verhält. Halte im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Besitzer.

2. Verletzung

Eine Verletzung hingegen ist selbst für den Tiersitter offensichtlich. Diese kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und diverse Ursachen haben. Von einer oberflächlichen Schürfwunde bis hin zu einer Schnittwunde oder Platzwunde – als Tiersitter bist du in der Pflicht diese ordnungsgemäß zu versorgen und den Tierhalter zu informieren. Außerdem solltest du je nach Schwere der Verletzung umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

3. Änderung des Ess- oder Trinkverhaltens

Wenn Tiere ihr Ess- und Trinkverhalten ändern, ist das häufig ein Indikator für tieferliegende, chronische Krankheiten. Entweder verweigert das Tier Futter und Wasser oder nimmt deutlich zu viel davon zu sich. So kann beispielsweise erhöhtes Trinken auf einen Nierenschaden hinweisen.

Oft führen diese Änderungen zu einer starken Gewichtsabnahme bzw. Zunahme und allgemein zu schnellen Gewichtsschwankungen. 

Fallen dir Besonderheiten im Fress- oder Trinkverhalten deines Gasttiers auf, ist dies für gewöhnlich nichts Akutes. Dennoch solltest du in jedem Fall den Tierbesitzer nach seiner Rückkehr diesbezüglich ansprechen.

4. Vermehrtes Kratzen

Beobachtest du vermehrtes Kratzen, so kann das im harmlosesten Fall wetterbedingt und temporär sein. Wie wir Menschen bekommen Tiere auch mal trockene, juckende oder schuppige Haut. 

Weitere Ursachen können heilende Wunden oder verklebte und verkrustete Stellen sein. Schlimmstenfalls wurde das Tier von Parasiten, wie Flöhen oder Läusen befallen. Behalte bitte die betroffenen Hautstellen gut im Auge. Meist ist die Ursache leicht herauszufinden.

5. Flache oder angestrengte Atmung

Probleme mit den Atemwegen können sowohl beim Spielen, Gassi gehen oder im Alltag auftreten. Eine flache oder angestrengte Atmung, Husten, Schnupfen oder Keuchen sind Anzeichen für eine solche Erkrankung. Beobachtest du ein solches Verhalten, solltest du das Tier vorerst warmhalten und ruhen lassen. Je nach Schwere und Intensität der Anzeichen sind eventuell weitere Schritte notwendig.

6. Nystagmus

Unkontrolliertes und extremes Augenrollen oder -zittern kann teilweise plötzlich auftreten. Die Augen des Tiers sind häufig gerötet, trocken, nässend oder trüb. Hier liegen schwere neurologische Erkrankungen am Auge vor, die umgehend behandelt werden müssen.

7. Durchfall oder Übergeben

Magen-Darm-Probleme haben diverse Ursachen. Von Nervosität und Stress bis zu Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren oder Futterunverträglichkeit. Hier gilt es zu beobachten und einzugrenzen, was die genauen Ursachen sind. Während Nervosität und Stress sich teilweise legen können, können Krankheiten bei Nichtbehandlung längerfristig auftreten.

8. Mundgeruch

Mundgeruch kann neben Problematiken mit dem Zahnfleisch oder den Zähnen auch auf Magen-Darm- bzw. Verdauungsprobleme hinweisen. Häufig ist auch die Zunge weißlich oder gelblich belegt und das Tier hat teilweise erhöhten Speichelfluss bzw. sabbert.

9. Empfindlicher und geschwollener Bauch

Ein empfindlicher und geschwollener Bauch kann diverse Ursachen haben –  harmlos oder ernst. Viele Tiere lassen sich gerne am Bauch kraulen. Wenn das nicht mehr gegeben ist und das Tier wimmert oder vor Schmerzen Geräusche von sich gibt, heißt es Vorsicht walten lassen. Dies kann z.B. auf eine Entzündung im Magen-Darm-Trakt hinweisen. Auch erhöhte Gasbildung gehört zu dieser Art der Erkrankung.

10. Bewegungsschwierigkeiten

Häufig haben ältere oder kranke Tiere Bewegungsschwierigkeiten. Dies ist nicht weiter verwunderlich, jedoch kann es unterschiedliche Ausmaße annehmen. Wenn das Tier extrem unbeweglich ist, Treppen und Stufen nicht mehr richtig erklimmen kann oder sich sogar weigert, solltest du der Sache auf den Grund gehen.

Wie reagiere ich, wenn ich eines der Symptome bei meinem Haustier beobachte?

Solltest du während der Betreuung Warnzeichen oder Unregelmäßigkeiten im Verhalten des Tiers feststellen, heißt es erst einmal Ruhe bewahren. Du solltest mit dem Tierbesitzer in Verbindung treten, um die Art und Weise der Symptome zu erläutern und um Rat zu fragen. Möglicherweise kennt der Besitzer diese Anzeichen und weiß, wie damit umzugehen ist. Es bringt nämlich nichts, wenn du Hals über Kopf in die nächste Tierklinik läufst und dich, das Tier und den Besitzer verrückt machst. Hier ist es wirklich wichtig, überlegt zu agieren.  Nach dem Telefonat mit dem Tierbesitzer und einer eigenen Betrachtung der Situation hast du jetzt folgende drei Möglichkeiten:

  1. Du betreust das Tier weiter zuhause, denn die Krankheit ist bekannt oder der Unfall nicht so schlimm (z. B. eine kleine Wunde), dass du dafür zum Tierarzt musst. Hierbei kannst du unsere Erste-Hilfe-Maßnahmen für Hunde anwenden. 
  2. Du solltest zum Tierarzt gehen, um das Tier durchchecken zu lassen, da das Verhalten ungewöhnlich ist bzw. die Krankheit oder der Unfall schwerwiegender ist.
  3. Absoluter Notfall! Du musst in die Tierklinik und sofort Hilfe beanspruchen! Es geht um jede Sekunde! Auch wenn du den Tierbesitzer nicht erreichst, sofort handeln und das Tier in die Klinik bringen!

Das waren die 10 Symptome, die auf Hundekrankheiten oder Krankheiten bei Tieren allgemein hindeuten können. Habe diese stets im Hinterkopf, wenn du ein Tier betreust und kläre wichtige Aspekte im vorhinein mit dem Tierhalter.

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