7 Ideen Hunde drinnen zu beschäftigen – einfach, aber herausfordernd

von Okt 5, 2019Beschäftigung

Hunde beschäftigen heißt nicht immer nur körperliche Auslastung und herumtoben während des Gassi Gehens. Viel wichtiger ist es, Hunde auch mal zur Ruhe zu bringen und geistig zu fördern. Gerade bei schlechtem Wetter bietet es sich für Hundebesitzer an, sich mit ihrem Vierbeiner in ihrer Wohnung zu beschäftigen.

Deswegen haben wir heute 7 einfache, aber durchaus herausfordernde Ideen, wie du Hunde beschäftigen kannst – und zwar drinnen.

Vorteile, Hunde drinnen zu beschäftigen

Die Tage werden kürzer, das Wetter ungemütlicher und die Außentemperaturen immer kühler. Was gibt es schöneres, als sich mit dem Hund in den eigenen 4 Wänden beschäftigen zu können? Der offensichtlichste Vorteil wäre schon einmal klar – du bist unabhängig vom Wetter.

Gerade für viele jüngere Hunde und temperamentvolle Hunderassen kann es oft besser sein, das Training nach innen zu verlegen. Denn in der Wohnung ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Hund abgelenkt wird, wesentlich geringer. Damit sind optimale Bedingungen für ein konzentriertes und ruhiges Training gegeben. 

Aber auch bei ausgeglichenen Hunden wird durch diese Beschäftigungsmöglichkeiten in der Wohnung maximale Aufmerksamkeit gefordert. Somit sind sie für alle Hunde geeignet und spontan und ohne Aufwand in den Alltag zu integrieren.

Hunde drinnen beschäftigen

Es gibt viele Spielzeuge für Hunde, doch oft ist es viel effektiver und sinnvoller, sich selbst mit seinem Hund zu beschäftigen. Dies stärkt die Bindung zueinander und oft, wenn man Lust hat etwas mit seinem Hund zu machen, findet man nichts zu Hause, womit man trainieren sinnvoll kann. Doch du brauchst dazu auch gar nicht viel! Die nachfolgenden Ideen kommen komplett ohne Hilfsmittel aus, welches du extra kaufen müsstest.

Das einzige, was du bei manchen Übungen brauchst sind Leckerlis und Haushaltsgegenstände. Und natürlich jede Menge Spaß und Zeit. Beachte, dass du die Portion Leckerlis die du deinem Hund während des Trainings verfütterst, von seiner täglichen Futterdosis abziehst.

1. Ausführen von Signalen und Kommandos

Das Ausführen von Signalen zählt zwar zu den absoluten Basics, wird dennoch oft unterschätzt oder geriet beim eigentlichen Training in Vergessenheit. Deswegen ist es umso wichtiger die Signale gezielt zu üben. Es ist für dich super einfach, ohne Vorbereitung umsetzbar und für den Hund individuell anpassbar. Zu einfachsten Signalen zählen Sitz, Steh, Platz, Bleib und Komm. Wie du diese letztendlich bezeichnest, bleibt dir überlassen.

Du kannst dabei deine Signale von leicht bis schwer variieren und zum Beispiel nur mit Sichtzeichen die Befehle geben. Oder du versuchst es nur mit Hörzeichen deinen Hund das gewünschte Signal ausführen zu lassen. Wenn du es etwas schwerer magst, dann drehe dich um 180 ° um und gib ihm die Befehle ohne ihn anzusehen.

Zum Ausführen der Signale zählt auch das gezielte Halten der Signale. Dies wird immer wieder vernachlässigt, ist aber – vor allem im Alltag – noch wichtiger, als das eigentliche Signal. Gehe dabei in kleinen Schritten vor, achte genau auf jede Bewegung deines Hundes. Greife rechtzeitig ein, wenn er das Kommando vorzeitig auflöst. Wenn dein Hund das sicher beherrscht, kannst du langsam Versuchen mit verschiedenen Ablenkungen die Übung zu erschweren. Die Königsdisziplin ist für viele Hunde das Halten von Kommandos, wenn Bewegungsreize, wie ein Ball, hinzukommt. 

Hast du mehrere Hunde, kannst du das Ausführen und Halten von Signalen prima kombinieren. Du lässt einen Hund das Signal halten, während du mit dem anderen verschiedene Kommandos trainierst.

2. Distanzarbeit mit Hunden

Beherrscht dein Hund das Ausführen und Halten von Signalen zuverlässig, kannst du zum nächsten Schritt übergehen – zur Distanzarbeit. Dein Hund sollte die Signale auch bereits nur durch die Sichtzeichen verstehen und sicher zuordnen können. Denn bei der Distanzarbeit heißt es natürlich Training mit Körpersprache. Die Distanzarbeit lässt sich sehr gut und ausgiebig zu Hause üben und später draußen anwenden.

Wichtig ist, die Distanz schrittweise und langsam zu vergrößern. Hier gilt: kleine Schritte sind der Weg zum Erfolg! Macht dein Hund zu viele Fehler, schlate einen Gang zurück und passe die Übungen an deinen Hund an. Das Training sollte immer so aufgebaut sein, dass es erfolgreich beendet wird und der Hund ein Erfolgserlebnis hat. Vergiss nicht, deinen Hund zu belohnen. Wenn du deinen Hund regelmäßig belohnst, macht es ihm mehr Spaß und er arbeitet besser mit. 

Auch hier kannst du bei fortgeschrittenen Hunden eine Ablenkung in Form von dem Lieblingsspielzeug, Futter oder einer Person einsetzen. Gerade im Alltag und beim Gassi Gehen wird sich dieses Training auszahlen.  

3. Nasenarbeit

 Es ist bekannt, dass der Geruchssinn von Hunden einer der besten aller Lebewesen ist. Hunde riechen 10.000 mal besser als wir Menschen! Warum machen wir uns das nicht mehr beim Spielen zu nutze? Mit Nasenarbeit kannst du deinen Hund einfach und über längere Zeit beschäftigen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, die du auch wieder je nach Ausdauer des Hundes in der Schwierigkeit anpassen kannst. Bei allen Übungen ist wichtig, dass dein Hund so lange wartet, bis du ihm das Signal zum loslegen gibst.

Du versteckst beliebig viele Leckerlis in deiner Wohnung und lässt sie vom Hund suchen. In dieser Zeit kannst du dich entspannt zurücklehnen und deiner Arbeit nachgehen oder deinen Hund dabei beobachten. Diese Übung eignet sich gut für Hunde, die schwer anzutreiben sind und einen größeren Anreiz benötigen, um aktiv zu werden. Allerdings ist diese Beschäftigung für Hunde, die gelernt haben oder lernen sollen von dem Boden nichts aufzunehmen, problematisch. Wenn du das als Hundehalter nicht möchtest, dann kannst du deinen Hund auch trainieren das Entdecken des Leckerlis durch z. B. Bellen anzuzeigen. Zeigt er das Leckerli an, belohnst du ihn mit einem anderen Leckerli aus der Hand. 

Sollte dein Hund weniger auf Leckerlis fixiert oder auf Diät sein, kannst du auch sein Lieblingsspielzeug verstecken. 

Natürlich gibt es unzählige andere Möglichkeiten, wie der Schnuffelteppich oder Klopapierrollen, um Futter zu verstecken. Die am einfachsten umsetzbare Beschäftigung für Hunde sind leere Plastikbecher. Dazu nimmst du ein paar Becher und legst darunter jeweils ein Leckerli. Die meisten Hunde verstehen schnell, dass unter dem Becher ein Leckerli versteckt ist und haben großen Spaß mit den Bechern zu spielen, um an die Leckerlis zu gelangen.

4. Apportieren

Auch das Apportieren zählt zu den Hunde-Basics. Dennoch kannst du damit super deinen Hunde sowohl draußen als auch drinnen beschäftigen. Zudem wird neben dem Kopf deines Hundes auch der Körper etwas gefordert. Apportieren wird oft unterschätzt und du kannst es stets verbessern und deinen Hund gezielter trainieren. Dabei braucht es nicht immer große Wiesen – ganz im Gegenteil. Die Kommandos übst du besser bei kleiner Distanz in der Wohnung. 

Wichtig ist, dass der mehr oder wenig stark angeborene Jagdtrieb des Hundes nicht überhand nimmt und er immer konzentriert und mit dem Kopf dabei bleibt. Deswegen hier die 3 goldenen Regeln beim Apportieren:

  • Regel #1: Dein Hund bleibt ruhig sitzen, bis du ihm das Signal zum Apportieren gegeben hast.
  • Regel #2: Dein Hund bringt den Gegenstand ohne Umwege umgehend zu dir zurück. Auch hier kann man bei Profis mit einer Ablenkung am Rückweg arbeiten.
  • Regel #3: Dein Hund lässt den Gegenstand vor dir fallen ohne damit zu spielen.

Willst du Junghunden und Welpen das Apportieren lernen, eignen sich Futterbeutel zum Werfen. Der Geruch macht den Futterbeutel für Hunde interessanter und sie rennen fast automatisch nach.

5. Körperschulung

Nicht nur während des Gassi Gehens im Gelände kannst du die Koordination deines Hundes trainieren. Auch zu Hause gibt es viele Möglichkeiten bewusst und konzentriert mit dem Hund zu arbeiten. Drinnen ist es oft sogar sinnvoller, da dein Hund in den eigenen 4 Wänden zur Ruhe kommen kann und nicht abgelenkt wird. Hilfsmittel dafür finden sich in jedem Haushalt. 

Für eine Übung kannst du zum Beispiel je nach Größe des Hundes einen leeren Putzeimer oder einen Topf verwenden und ihn verkehrt herum auf den Boden stellen. Versuche jetzt deinen Hund langsam und kontrolliert diverse Kommandos ausführen zu lassen. Vom Ablegen einer Pfote über Abstellen der Vorderläufe bis hin zum Umkreisen des Eimers – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ist dein Hund kleiner und besonders geschickt, kannst du auch versuchen deinen Hund komplett auf den Eimer zu locken. 

Auch mit einer Klappkiste lassen sich viele Übungen, wie das Hineinsteigen und Drehen, ausführen. Für deinen Hund bedeutet das höchste Konzentration und gleichzeitig Training der Koordination.

6. Frustrationstoleranz trainieren

Diese Übung lässt sich gut mit dem Ausführen und Halten von Signalen kombinieren. Frustrationstoleranz zu erlernen erfordert viel Geduld und Köpfchen und ist bei Hunden nicht angeboren. Im Alltag ist sie aber wichtig, denn eine fehlende Frustrationstoleranz bedeutet für den Hund Stress und innere Aufregung. Deshalb solltest du so bald es geht daran arbeiten. Vor allem zu Beginn solltest du es aber nicht übertreiben und die Grenzen deines Hundes nicht ausreizen. 

Lass deinen Hund ein gewünschtes Kommando ausführen und halten. Anschließend legst du ihm ein Leckerli vor seine Pfoten, was er nicht fressen darf. Erst nachdem er eine gewisse Zeit ruhig ausgehalten hat, belohnst du ihn mit deinem anderen Leckerli von der Hand. Das Leckerli am Boden wird nicht gefressen. Wenn du es schwieriger möchtest kannst du das Leckerli direkt auf deine Pfoten oder auf seine Schnauze legen. 

7. Tricktraining

Tricktraining ist nicht nur bei regnerischen Tagen eine schöne Beschäftigung für deinen Hund, sondern macht auch riesig Spaß. Angefangen von Pfote geben und drehen bis zu Küsschen geben und durch die Beine laufen – kleine Tricks machen einfach einiges her und sind Kopfarbeit für deinen Hund. Wichtig ist immer, dass der Hund mit dem Kopf dabei ist und nicht nur dem Futter hinterher rennt. Es gibt zahlreiche Tricks, die du Hunden lernen kannst. Doch alle in diesem Beitrag zu erläutern würde den Rahmen sprengen. Einen grundlegenden Trick möchten wir dennoch genauer eingehen: Nose

Mit “Nose” kannst du deinem Hund viele weitere Tricks, wie das Laufen durch deine Beine, lernen. “Nose” bedeutet etwas mit der Nase zu berühren. In diesem Fall soll deine Hand mit der Nase berührt werden.

So einfach geht´s: Wenn der Hund mit der Erwartung, etwas zu fressen, deine Handfläche berührt, belohnst du ihn. Mit dieser Erwartungshaltung kann dein Hund den Trick recht einfach lernen. Sobald ihm bewusst ist, dass er die Hand mit der Nase berühren muss, verknüpfst du es mit einem Signal.

Wie du siehst braucht es gar nicht viel, um Hunde drinnen zu beschäftigen. Das beste an diesen Übungen ist, dass man sie einfach und mit allen Hunden – egal ob trainiert oder nicht – anwenden kann, ohne, dass es langweilig wird. Somit kannst du die auch super während der Hundebetreuung einbauen. Außerdem kannst du mit diesen Übungen perfekt an der Gehorsamkeit arbeiten und diese im Alltag einsetzen.