Mit Hund entspannt durch die Wiesn-Zeit – Ängstliche Hunde beruhigen

von Sep 20, 2019Hundesitter München

Es ist so weit – die Wiesn 2019 hat begonnen und damit auch die stressigste Zeit für Hunde in München. Mit dem Oktoberfest kommen nicht nur tausende Besucher in die Hauptstadt Bayerns, sondern auch die Angst und Unruhe bei vielen Hundebesitzern und Hunden.

Wie kann ich meinen Hund beruhigen? Woran erkenne ich Angst beim Hund? Wer passt auf meinen Hund auf?

Warum Hunde vom Oktoberfest fern bleiben sollten

Ohrenbetäubende Musik, grelles Hupen der Fahrgeschäfte, lautes Lachen aus den Festzelten, aus allen Ecken Geschreie tausender feierwütiger Besucher –  all das kann für Menschen schon anstrengend sein. Jetzt stell dir vor, dass Hunde das alles 9 mal so laut hören!

Auf dem Gelände des Oktoberfestes sind Hunde generell verboten. Allerdings solltest du deine Gassi-Runde in München auch nicht unbedingt in die Nähe des Festplatzes legen. Denn neben den unerträglichen Geräuschen kommen noch zahlreiche weitere Gefahren hinzu.

Unvorsichtige Besucher und Glasscherben rund um das Festgelände können schnell unangenehm für die Pfoten deines Hundes werden. Herumliegende Essensreste, welche Hunde nicht essen dürfen, werden womöglich unbemerkt aufgenommen. Brathendl, Bierpfützen und die Duftwolke der gebrannten Mandeln überfordern den Geruchssinn deines Hundes.

Wenn du als Hundebesitzer also beruhigt zur Wiesn gehen willst, lass deinen Hund bitte zu Hause und organisiere einen Hundesitter.

Angst bei Hunden erkennen und frühzeitig entgegenwirken

Für die Mehrheit der Hunde sind laute Geräusche, Knaller und Gedröhne selbst aus der Ferne sehr beängstigend.  Du kennst deinen Hund sicher gut und weißt bereits, wenn er Angst hat. Wenn du einen Hund betreust, den du jedoch noch nicht so gut kennst, solltest du ihn in gewissen Situationen genau beobachten. Besonders bei jungen Hunden und ängstlichen Charakteren solltest du genau aufpassen. Um der Angst entgegenwirken zu können, solltest du nämlich die Vorstufe erkennen: die Unsicherheit.

Die Unsicherheit zeigt sich bei Hunden verschieden. Meistens äußert sie sich durch eine allgemeine Angespanntheit und Unruhe verbunden mit Hecheln. Gut erkennt man die kommende Angst auch an der Körperhaltung. Der Hund senkt seinen Kopf, duckt sich, wendet den Blick ab und hat eine hängende Rute. Ist die Furcht bereits fortgeschritten zieht er den Schwanz vollständig ein.

In der Angstsituation richtig handeln und den Hund beruhigen

Ist die Angst beim Hund bereits eingetreten gibt es je nach Ausmaß der Angst und Situation verschiedene Möglichkeiten, den Hund zu beruhigen. 

1. Das eigene Verhalten

Zu allererst solltest du deinem Hund Sicherheit bieten. Wie beim Menschen auch, kann der Hund durch die bloße Anwesenheit einer Bezugsperson beruhigt werden und die Angst dadurch etwas genommen werden. Verstehe deinen Hund und versetze dich in seine Situation. Oft entspannt den Hund bereits die ruhige und tiefe Stimme des Herrchens und ein paar tröstende Worte. Auch Streicheleinheiten können auf den Hund eine beruhigende Wirkung haben.

Immer wieder hört man das Gerücht, man solle ängstliche Hunde nicht trösten, sondern ignorieren. Grund dafür sei, dass Hunde das Streicheln und die Zuwendung als Belohnung ansehen und somit in ihrem Verhalten befürwortet werden. Das könne die Reaktion beim nächsten Mal noch verschlimmern.

Wie Hundebesitzer letztendlich bei ängstlichen Hunden vorgehen hängt auch ein wenig von der Erziehung ab. Es stimmt, dass man Hunde nicht bei jedem kleinen Bibbern auf den Arm nehmen sollte. Allerdings sind sich Hundetrainer einig, dass man Hunde bei Angst nicht ignorieren sollte.

Aber Vorsicht! Je nach Temperament des Hundes, kann es auch sein, dass sich der Hund bei zu viel Nähe bedroht fühlt und sogar beißt. Bestimmte Hunde reagieren mit zunehmender Unsicherheit und Angst nämlich aggressiv und benötigen ihren Freiraum und Rückzugsmöglichkeiten.

2. Umfeld sicher machen

Biete deinem Hund mindestens eine Rückzugsmöglichkeit. Egal, ob er sich unter dem Bett verkriechen mag, in den Keller geht oder in seine Hundebox steigt – lass ihn dort hin, wo er sich am sichersten und wohlsten fühlt.

Halte zudem alle Fenster geschlossen und dunkle sie ggf. ab. Auch Türen dürfen keinesfalls offen sein. Hunde, die ängstlich sind und in Panik geraten laufen manchmal unkontrolliert davon, verkriechen sich und finden nicht mehr nach Hause.

3. Musik einschalten

Ein beliebter und sehr wirkungsvoller Trick ist das Abspielen von Musik. In erster Linie geht es nur um die Übertönung der Knaller und die Ablenkung des Hundes. Deswegen ist es ist egal, um welche Musik es sich handelt. Du kannst einfach den Radio laut aufdrehen oder klassische Musik auflegen.

Es gibt auch bestimmte Geräte, wie RelaxoPET, welche Töne von hoher Frequenz wiedergeben, die nur von Hunden hörbar sind. Dies sorgt für eine bessere Entspannung und Beruhigung beim Hund. Allerdings kann eine kleine Eingewöhnungszeit notwendig sein.

4. Hund Futter geben

Im Anfangsstadium der Angst kann Futter Hunde aber durchaus beruhigen. Durch das Fressen werden Hunde zum einen beschäftigt und abgelenkt, zum anderen auch gleichzeitig beruhigt. Grund dafür ist die Freisetzung von Glückshormonen während des Knabberns, Schlecken und Kauens, was den Hund automatisch beruhigt. 

Wähle daher ein Schweineohr oder ein anderes Leckerli, an welchem der Hund lange beschäftigt ist und viel knabbern muss. Eine gezielte Fütterung bei Hunden in Angstsituationen funktioniert nur manchmal. Hat der Hund nämlich bereits ein gewisses Stresslevel erreicht, verweigert er sämtliche Futteraufnahme.

5. Beruhigungsmassage beim Hund

Es gibt spezielle Massagen, die ängstliche Hunde beruhigen. Wir möchten dir hier 3 Massagetechniken vorstellen, die du ganz einfach in einer Angstsituation anwenden kannst, sofern es dein Hund zulässt.

  • Lege beide Hände mit 5 cm Abstand auf dem Hunderücken. Schiebe mit leichtem Druck beide Hände zusammen, halte sie kurz und begib sie anschließend wieder langsam in ihre Ausgangsposition. Diese Technik kann vom Nacken über den Rücken bis hin zum Rutenansatz überall angewendet werden.
  • Das Ausstreichen der Ohren hat durch die vielen Akupunkturpunkte eine besonders gute Wirkung. Streiche behutsam, mit dem Daumen auf der Außenseite der Ohres, von der Ohrmuschel bis hin zu Spitze. Die andere Hand bleibt ruhig auf dem Hund liegen.
  • Einfach und trotzdem beruhigend ist das Streichen von der Nase über den Kopf bis hin zur Rute. Deine Hand ist dabei leicht gewölbt. Achte auf ein lockeres Handgelenk und eine bewusste Atmung.

6. Beruhigungsmittel

Je nach Ausmaß der Angst und Dauer der Situation sind bestimmte Beruhigungsmittel für Hunde bei Unruhe effektiv. Jedoch sollten Beruhigungsmittel nicht immer deine erste Wahl sein und nur sparsam zum Einsatz kommen.

Pflanzliche Beruhigungsmittel

Rein pflanzliche Beruhigungsmittel haben kaum Nebenwirkungen und eignen sich gut zum Beruhigen von Hunden. Wie für Menschen auch können Lavendel, Hopfen, Baldrian und Johanniskraut für Hunde entspannend sein. Die Dosierung richtet sich nach Größe, Gewicht, Alter des Hundes und Beruhigungsgrad.

Auch Bachblüten haben eine beruhigende Wirkung auf Hunde. Bachblüten sind ein rein pflanzliches und homöopathisches Beruhigungsmittel und gehören in jede Haustierapotheke. Sie werden für gewöhnlich in Tropfenform verabreicht und sind daher auch unter dem Namen „Notfall-Tropfen“ bekannt.

Unseren absoluten Geheimtipp möchten wir dir etwas genauer vorstellen: CBD Öl. Das Cannabidiol wirkt beruhigend, angstlösend und entkrampfend. Es wird aus Industriehanf gewonnen und ist im Gegensatz zu THC nicht psychoaktiv und daher legal.

Wie wirkt CBD im Körper des Hundes? Hunde haben ein körpereigenes Cannabinoid-System. Das heißt sie können CBD eigenständig produzieren und in Balance halten. Bei Angstzuständen ist der Körper bestrebt, das Gleichgewicht wieder herzustellen, den Stoffwechsel der Zellen zu beeinflussen und deren Aktivitäten herauf- und herunterzufahren. Durch die Gabe von CBD erhält der Hund also eine enorme Unterstützung. CBD ist eine neue und nebenwirkungsfreie Möglichkeit, Hunde zu beruhigen und das Wohlbefinden zu steigern.

Bei nacani findest du sowohl Leckerlis in verschiedensten Geschmacksrichtungen als auch das reine CBD Öl. Nacani ist ein reines Naturprodukt und fördert nicht nur die seelische Balance bei Stress und Nervosität, sondern steigert auch das Wohlbefinden, die Lebensqualität und die Vitalität des Hundes. 

Alle Produkte von nacani sind ohne Farb-, Geschmacks- und Konservierungsstoffe, haben 100% Lebensmittelqualität und wurden in Zusammenarbeit mit Tierärzten entwickelt.

Pharmazeutische Beruhigungsmittel

Pharmazeutische Beruhigungsmittel wirken sehr zuverlässig innerhalb weniger Minuten und werden meistens auf ärztliche Anweisungen verabreicht. Im Normalfall greifst du nur bei enormen Stresssituationen darauf zurück. Bei einem geringeren Stresslevel solltest du erstmal mit anderen Methoden versuchen den Hund zu beruhigen.

Im Gegensatz du pflanzlichen Beruhigungsmitteln haben chemische einige Nebenwirkungen. Dazu zählen je nach Medikament Schläfrigkeit, Nervosität oder Aggressivität. Zudem besteht die Gefahr der Überdosierung.  

7. Pheromone einsetzen

Gerade bei Hunden, die extrem gut Gerüche wahrnehmen können, eignen sich Pheromone ideal zur Minderung von Angst. Es gibt tausende Pheromone mit unterschiedlichsten Funktionen und Wirkungen. Darunter befindet sich Apasine, welches von der Mutterhündin über mehrere Wochen abgesondert wird und einen beruhigenden Effekt auf die Welpen hat.

Die Tierindustrie hat sie das zu Nutze gemacht und daraus das künstliche Pheromon Adaptil entwickelt, das den Hund beruhigen soll. Dieses ist in bestimmten Pheromonzerstäubern oder Pheromonhalsbändern
enthalten. Es gibt sogar Leckerlis mit diesen beruhigenden Pheromonen.

Im Vorfeld an der Angst arbeiten

In einigen Situationen, die regelmäßig oder länger auftreten, sollte man bereits vorher an der Angst arbeiten. Beim Oktoberfest, welches über 2 Wochen lang stattfindet, ist das durchaus sinnvoll sich zuvor damit auseinanderzusetzen.

1. Desensibilisierung

Hat dein Hund Angst vor lauten Schreien, Krachern oder Böllern, so kann es hilfreich sein ihn mit diesen Geräuschen zu desensibilisieren. Mit der Gewöhnung an die Geräusche solltest du mehrere Wochen vor dem Ereignis beginnen. Je nachdem, wie schnell dein Hund Fortschritte macht, desto länger kannst du den Zeitraum legen.

Achte dabei stets auf deinen Hund und brich das Training ab, bevor du das Gefühl hast, dass es ihm zu viel wird. Auch, wenn dein Hund nur kleine Schritte macht, wird es ihm in der eigentlichen Angstsituation helfen.

2. Konditionierte Entspannung

Entspannung bei Hunden kann bereits in jungen Jahren erlernt werden und später in akuten Angstsituationen den Hund beruhigen. Dies ist jedoch ein langwieriger Prozess und nicht bei allen Hunden gleich gut erlernbar, funktioniert aber relativ simpel.

Du legt ein bestimmtes Signalwort fest, welches dein Hund mit Entspannung verbinden soll und sich daraufhin tatsächlich entspannt. Das Wort kann zum Beispiel „easy“ oder „ruhig“ sein und muss vom Hund mit einem positiven Gefühl verknüpft werden. So soll er schließlich in gewissen Situationen tatsächlich entspannter werden, wenn er das Signal hört.

Die Konditionierung läuft hauptsächlich unterbewusst ab. Immer, wenn der Hund ruhig und zufrieden ist, sagst du das Signalwort mehrmals. Das kann zum Beispiel sein, wenn der Hund gerade seine Streicheleinheiten genießt und er völlig entspannt ist.

Ist der Hund konditioniert und das Signalwort fest mit dem Gefühl verankert, so kannst du versuchen ihn in damit zu beruhigen, wenn er ängstlich und unsicher ist. Zwar ist das keine Wunderwaffe, aber es kann durchaus den Hund ruhiger stimmen.  

Das waren unsere Tipps, wie du deinen Hund während des Oktoberfestes beruhigen kannst. Sollte dein Hund auch ängstlich bei lauten Schreien und Böllern reagieren, solltest du ihn auf keinen Fall alleine zu Hause lassen. Organisiere einen Tiersitter aus München, der sich liebevoll um deinen Hund kümmert.