Giftige Pflanzen für Katzen & Hunde

von Nov 16, 2019Gesundheit

Du denkst deine Katze und dein Hund sind in der Wohnung am sichersten? Nicht unbedingt! Viele beliebte Zimmerpflanzen können für unsere Vierbeiner gefährlich werden.

Nicht nur als Tierhalter, sondern auch als Tiersitter, solltest du darauf achten, dass du giftige Pflanzen für Katzen und Hunde unzugänglich platzierst oder gar nicht erst kaufst. Wir zeigen dir 10 giftige Pflanzen, wovon du garantiert eine in deiner Wohnung hast!

Warum du giftige Pflanzen von Haustieren fernhalten solltest

Katzen spielen unglaublich gerne mit allen Dingen, die sich bewegen oder rascheln. Sie lieben es, Gegenstände zu fangen, damit zu spielen und diese anzuknabbern. Da sollte eine langweilige Pflanze ja eigentlich für Katzen unspektakulär sein oder? Falsch gedacht! Denn gerade das Fressen von Pflanzen und Gras ist ein natürliches Bedürfnis jeder Katze

Freigänger beknabbern regelmäßig Kräuter oder fressen Gras. Das benötigen sie, um aufgenommene Haare besser herauswürgen zu können. Aus ihrer Erfahrung und ihrem Instinkt, wissen freilebende Katzen meist genau, was ihnen gut tut und was nicht. 

Bei Hauskatzen sieht die Sache aber etwas anders aus. Oft fehlt ihnen die Erfahrung und sie wissen nicht, was sie problemlos fressen können. Durch ihr angeborenes Verlangen nach Gras und anderen Pflanzen knabbern sie wahllos Zimmerpflanzen an.

Zudem besteht die Gefahr, dass sie sich durch herunterfallende Blumentöpfe verletzen können. Aber auch Freigänger können während der kalten Jahreszeit, in der sie sich viel drinnen aufhalten, dazu verleitet werden Zimmerpflanzen zu beknabbern.

Deswegen ist es für Katzensitter und Katzenbesitzer wichtig ungiftige Zimmerpflanzen für Katzen bereitzustellen.

10 giftige Pflanzen für Katzen und Hunde

1. Weihnachtsstern

Der Weihnachtsstern ist vor allem in der Adventszeit und im Winter in vielen Haushalten zu sehen und ist ein beliebtes Mitbringsel und Gastgeschenk. Handelsübliche Pflanzen haben eine durchschnittliche Größe von 20 bis 50 cm und sternförmig angeordnete rote Blätter. 

Für Katzen und alle anderen Haustiere ist der weiße Milchsaft, welcher in allen Pflanzenteile enthalten ist, giftig. Dieser kann zu Hautreizungen und Vergiftungserscheinungen wie Zittern, Erbrechen und Taumeln führen. 

Die Wildform des Weihnachtssterns ist für Haustiere deutlich gefährlicher. Konventionelle Zuchtformen sind nur leicht giftig. Hat deine Katze daran geknabbert, sollte sie viel trinken und weiter beobachtet werden.

2. Alpenveilchen

Das Alpenveilchen kann sowohl Gärten und Balkone als auch Wohnungen schmücken. Besonders in der dunklen Jahreszeit sind sie mit ihren schönen Blüten eine begehrte Dekoration im Haus. Die Pflanze wird nicht größer als 30 cm und existiert von Weiß bis Rot in vielen Farbvariationen. Charakteristisch für das Alpenveilchen sind seine herzähnlichen Blätter mit einem hellen Muster auf der Vorderseite.

Giftig ist vor allem Knolle der Pflanze. Diese enthält Triterpensaponine welche für Katzen, Hunde und andere Haustiere tödlich sein können. Nach der Aufnahme können Vergiftungssymptome von Erbrechen, Durchfall und Koliken bis hin zu Atemlähmungen auftreten.

3. Amaryllisgewächse

Die Familie der Amaryllisgewächse oder auch Narzissengewächse sollte nicht unbeaufsichtigt in das Umfeld von Haustieren gelangen. Bekannte Pflanzen sind der Ritterstern, die Amaryllis, die Narzisse und die Tulpe. Der Ritterstern und die Amaryllis sind sich durch ihre trichterförmig angeordneten Blumenblättern und ihre prächtige Blüte ziemlich ähnlich. Die farbenfrohen Zwiebelpflanzen kommen in den verschiedensten Farbvariationen vor. 

Bei den Amaryllis-Gewächsen ist die Zwiebel besonders giftig für Haustiere. Achte also darauf, dass ihnen Hund keine eingepflantzen Blumenzwiebeln ausgräbt und deine Katze auch nicht mit ihr spielt. Aber auch die Pflanzen an sich sind giftig und dürfen auf keinen Fall angeknabbert werden. 

Vergiftungerscheinungen sind Durchfall, Erbrechen und Herzrythmusstörungen. Sogar der Blütenstaub ist gefährlich für unsere Vierbeiner. Selbst, wenn er nur im Fell hängen bleibt und Katzen ihn abschlecken, kann dies in schlimmen Fällen bereits zu Nierenversagen führen. Selbst das Wasser, in dem die Tulpen stehen, ist für die Fellnasen giftig.

4. Begonie

Von klassischem Rot über schöne rosa Verläufe bis hin zu knalligen Pink – die Blumen der Begonie blühen in fast allen Farben. Sie gehört zu den Schiefblattgewächsen und ist daher auch unter den Namen “Schiefblatt” bekannt. Die Stängel sind entweder hängend oder aufrecht stehend, die Blätter dickfleischig. 

So schön Begonien für Tierbesitzer sind, für ihre Fellnasen sind sie spätestens nach dem Verzehr gar nicht mehr schön. Die Vergiftungssymptome reichen von Erbrechen bis hin zu blutigen Durchfall.

5. Christusdorn

Der Christusdorn gehört zu der Familie der Wolfsmilchgewächse und sondert ähnlich wie der Weihnachtsstern Milchsaft ab. Die dornigen Stängel sind von hellgrünen Blättern umgeben. Besonders sind die nierenförmigen Blüten, um welche es sich eigentlich um rötlich oder weiß gefärbte Laubblätter handelt.

 

Die enthaltene Milch ist nicht nur für Haustiere gefährlich, sondern wirkt auch bei Menschen ätzend. Wenn Katzen oder junge Hunde an dem Christusdorn knabbern, kann es zu Reizungen der Magenschleimhaut und Koliken kommen. Bei Augenkontakt ist eine temporäre Blindheit möglich.

Doch Pflanzen sind nicht die einzige Gefahrenquelle für unsere Fellnasen. Wie du in 5 Schritten ein tiersicheres Zuhause für Katze und Hund schaffst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

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6. Wüstenrose

Die Wüstenrose ist durch ihren verdickten Stamm eine ganz besondere Zimmerdekoration und optisch sehr ansprechend. Ihre ledrigen Blätter sind dunkelgrün und oval. 

Auch sie sondert einen milchigen Saft ab und gehört zu der Familie der sogenannten Hundsgiftgewächse. Das heißt aber nicht, dass sie nur für Hunde giftig ist. Die Pflanze ist auch für Katzen, Pferde und andere Tiere giftig. Vergiftungsanzeichen sind Durchfall, Erbrechen und Herz- und Kreislaufstörungen.

7. Lilie

Lilien gehören zu den beliebtesten Schnittblumen und sind auch im Topf für die Wohnung oder den Garten erhältlich. Von der Prachtlilie bis zur Tageslilie gibt es viele verschiedene Arten der Zwiebelgewächse. Auch das Maiglöckchen gehört zur Familie der Lilien. Doch für Haustiere, insbesondere für Katzen, sind diese Pflanzen stark giftig und können sogar zum Tod führen. 

Überwiegend Hauskatzen sind vor Lilienvergiftungen gefährdet. Im Gegensatz zu vielen anderen giftigen Pflanzen für Katzen, sind bei der Lilie vom Stängel über die Blätter bis hin zu den Blüten alle Teile toxisch. 

Auch das Trinken des Blumenwassers oder der Kontakt mit der Topferde sollte streng untersagt werden. Sogar der bloße Blütenstaub, der durch das Putzen des Fells mit der Zunge aufgenommen wird, ist giftig. Wenn die Katze nur einen kleinen Teil der Lilie aufnimmt, oder du beobachtest wie sie ihr Fell von den Pollen säubert, gehe mit ihr umgehend zu einem Tierarzt. Zu den Symptomen einer Vergiftung zählen Kreislaufstörungen, Lähmungen und Nierenversagen. 

8. Dieffenbachie

Die Tropenpflanze Dieffenbachie ist wegen ihrer einfachen Pflege immer wieder in Wohnungen zu sehen. Sie hat gleichmäßig geformte Blätter, die je nach Sorte auch gestrichelt oder gefleckt sein können. Die anspruchslose Grünpflanze benötigt wenig Wasser ist uns perfekt für Anfänger geeignet.

So leicht sie zu pflegen ist, so gefährlich ist sie für Haustiere und Menschen. Bei der Dieffenbachie handelt es sich nämlich um eine Giftpflanze. In Wohnungen mit Katzen, Hunden und Kindern hat sie nichts zu suchen. Ihre Pflänzensäfte sind reizend für die Schleimhäute und dürfen auf keinen Fall in Berührung mit den Augen kommen.

9. Efeu

Efeus sind auf der ganzen Welt und in zahlreichen Arten vertreten. Charakteristisch an ihnen sind seine immergrünen, teils hell gefleckten, Blätter. Bis zu 20 Meter können Efeus dank ihrer Haftwurzeln in die Höhe klettern. Ab einem gewissen Alter können die Kletterpflanzen blühen und Beeren bekommen. Eine der bekanntesten Pflanzen ist die Efeutute, welche durch ihre herzförmigen Blätter erkennbar ist.

Die Beeren des Efeus sind durch das Gift Triterpensaponine besonders toxisch für Katzen. Etwas weniger giftig sind die Blätter. In beiden Fällen kommt es zu Vergiftungen, welche sich unter anderem durch Lähmungen, Erbrechen und Durchfall bemerkbar machen.

10. Aloe Vera

Die pflegeleichte Heilpflanze ist in immer mehr Wohnungen zu sehen und das Hausmittel für viele Verletzungen. Vom Sonnenbrand über Magenbeschwerden bis hin zu Zahnfleischentzündungen – für Menschen ist die Aloe Vera eine wahre Wunderwaffe aus der Natur. 

Auch für Tiere ist das heilende Gel durch seine vielfältigen Wirkstoffe perfekt anwendbar. Allerdings sollte das Anknabbern der Pflanze unbedingt vermieden werden. Denn der für Katzen, Hunde und Vögel giftige Stoff Aloin befindet sich in den Blättern der Aloe Vera. Dies führt zu Darmblutungen und Durchfall bis hin zu Lähmungen und Nierenschäden.

Beachte: die genannten Pflanzen sind keine vollständige Aufzählung aller Giftpflanzen für Katzen. Bevor du dir ein Haustier zulegst, solltest du dir auf jeden Fall bei jeder Pflanze sicher sein, dass sie für Katzen und Hunde ungefährlich ist.

Was tun beim Verzehr giftiger Pflanzen?

Hast du die Befürchtung, dass deine Katze oder dein Hund an einer giftigen Pflanze geknabbert hat und deine Fellnasen zeigen bereits erste Symptome? Bei Vergiftungserscheinungen wie Zittern, Speicheln, Erbrechen, Durchfall oder Lähmungen solltest du keine Zeit verlieren und mit deinen Vierbeinern umgehend zum Tierarzt gehen.

Ist kein Tierarzt erreichbar, kannst du unter Anleitung versuchen selbst Erste Hilfe mit deiner Haustierapotheke zu leisten. In vielen Fällen ist die Gabe von Wasser hilfreich. 

Hast du eine giftige Pflanze für Katzen zu Hause? Wenn ja, dann bringe sie schnell an deinen unzugänglichen Ort oder räume sie am besten direkt weg. Wenn nein, umso besser! Dann bist du perfekt für eine Katze oder andere Vierbeiner in deiner Wohnung vorbereitet und kannst Tiersitter werden.