Coronavirus bei Hund & Katze – Gefährlich oder nur Panikmache?

von Mrz 6, 2020Coronavirus, Gesundheit

Am 30. Dezember 2019 gab es in Wuhan die ersten Fälle des neuen Coronavirus (2019-nC0V). Monate später ist das Virus allgegenwärtig und fast auf der ganzen Welt verbreitet. 

Auch in der Haustierwelt machen sich Tierbesitzer große Sorgen um ihren Hund oder ihre Katze. Gerade als Tiersitter kommt man mit vielen Hunden in Kontakt. In China wurde das Virus bereits bei einem Hund nachgewiesen. Können Hunde das Coronavirus auf Menschen übertragen? Sind Hunde und Katzen gefährdet?

Coronavirus bei Hund in China nachgewiesen

In Hongkong wurde der neue Coronavirus nun bei einem Hund, dessen 60-jähriges Frauchen infiziert ist, nachgewiesen. Es wurden Proben aus Nasen- und Mundhöhle entnommen, welche den Coronavirus Sars-CoV-2 enthielten. Daraufhin wurde er umgehend unter Quarantäne gestellt und medizinisch überwacht. Er zeigte jedoch keinerlei Krankheitserscheinungen.

Allerdings ist bis heute noch nicht sicher, ob sich der Hund wirklich mit dem Coronavirus angesteckt hat oder ob er die Viren nur aus seiner Umwelt aufgenommen hat. Die Werte waren sehr schwach, weshalb das Virus durchaus auch durch bloßes Beschnüffeln von Gegenständen aufgenommen werden konnte, es aber nicht zur Infektion kam.

    Update! Covid-19 bei Katzen anscheinend infektiös

    Während Hunde nur sehr schwach auf das Virus reagieren und bei Hühnern, Enten und Schweinen sogar Immunität beobachtet wurde, haben sich in neusten Untersuchungen Infektionen des neuen Coronavirus Covid-19 bei Katzen und Frettchen gezeigt. Auch eine Übertragung auf andere Katzen wurde in einem von drei Fällen festgestellt. 

    Experten zweifeln jedoch an einem ernsthaften Übertragungsrisiko für Katzenbesitzer. Zum einen wurde keine Infektion von Katze auf Mensch nachgewiesen und es ist nicht sicher, ob die Ausscheidung des Virus bei Katzen überhaupt für eine Infektion bei einem Menschen genügt. Zum anderen basieren diese Ergebnisse auf Laborexperimente, bei denen den Tieren absichtlich eine hohe Dosis verabreicht wurde. 

    Können Hunde oder Katzen das neue Coronavirus (2019-nC0V) übertragen?

    Die Weltgesundheitsorganisation bestätigt, dass aktuell für Hunde oder Katzen keine Gefahr besteht und diese von dem Coronavirus nicht infiziert werden können.

    “Derzeit gibt es keinen Beweis dafür, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen von dem neuen Coronavirus infiziert werden können. Trotzdem ist es immer eine gute Idee sich die Hände mit Seife und Wasser zu waschen nachdem man die Haustiere angefasst hat. Dadurch schützt man sich gegen verschiedene Bakterien wie zum Beispiel E. coli oder Salmonellen, die von den Tieren auf Menschen übertragen werden können.”

    Dennoch ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass Haustiere, die das Virus tragen, andere Menschen damit infizieren. Denn, wie viele andere Krankheiten auch, kann das Coronavirus von Hunden und Katzen übertragen werden.

    Tausende Hunde in der Millionenstadt Wuhan sind in Gefahr

    Unabhängig von dem Coronavirus stehen jetzt tausende Hunde und Katzen in China kurz vor dem Tod. Seit dem 23.01. steht die chinesische Stadt Wuhan unter Quarantäne. Über 50.000 Menschen, darunter viele Tierbesitzer, die unterwegs auf Reisen waren und ihr Haustier zurückgelassen haben, haben jetzt keine Chance mehr zu ihren Tiere zu gelangen. Eingesperrt in Wohnungen oder auf der Straße drohen sie jetzt zu verhungern

    Viele Haustiere mussten zudem auf Grund der Krankheit ihrer Besitzer zurückgelassen werden, wurden auf der Straße ausgesetzt oder ins Tierheim gebracht. Jetzt hat die Regierung laut Berichten angeordnet, streunende Hunde zu töten. Grund dafür sei die Angst, dass sie den Coronavirus übertragen können. Jedoch gibt es laut der Weltgesundheitsorganisation derzeit keine Beweise dafür.

    Coronavirus bei Katzen – die bedeutendste Todesursache

    Katzen erkranken sehr häufig an Coronaviren! Circa 50 % der Katzen werden im Laufe ihres Lebens mit dem felinen Coronavirus (FCoV) infiziert. Im Gegensatz zu dem neuen Coronavirus (2019-nC0V), welches bei Menschen Lungeninfektionen verursacht, führt dieses Coronavirus bei Katzen zu Durchfall und Erbrechen. Häufig kommt es bei jungen Katzen vor. Normalerweise ist diese Durchfallerkrankung nicht weiter gefährlich und wird erfolgreich vom Immunsystem bekämpft. 

    Das für Katzen tödliche Coronavirus ist für den Menschen ungefährlich

    Wirklich ernst wird es aber nur in rund 5 – 10 % der Fälle. Denn hier mutiert das Coronavirus, wodurch dessen Erbgut verändert wird. Die sogenannte Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine der meist gefürchtetsten Krankheiten von Katzen. Sie verläuft tödlich und kann nur symptomlindernd behandelt werden. Die Infektionskrankheit wird oft auch als Bauchfellentzündung bezeichnet und kann sich durch die unterschiedlichsten Symptome äußern.

    Wie infiziert sich eine Katze mit dem Coronavirus?

    Es gibt viele Möglichkeiten für eine Katze, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Meist erfolgt die Ansteckung über den Kot anderer Katzen. Das Virus wird durch Einatmen oder durch Verschlucken aufgenommen. Die Coronaviren setzen sich im Darm oder in der Lunge der Katze fest. Auch vor der Geburt kann der Coronavirus auf Katzen über die infizierte Katzenmutter übertragen werden.

    Viele Katzen zeigen dabei aber keinerlei Krankheitssymptome. Das Virus wird vom Immunsystem bekämpft und Antikörper werden gebildet. Schafft es die Katze, sich zu wehren, sind die Antikörper im Blut nachweisbar. Es kann aber auch sein, dass keine Antikörper gebildet werden und das Coronavirus einfach ihr Leben lang bleibt. Auch, wenn das Virus mutiert, heißt das nicht zwangsläufig, dass die Krankheit sofort ausbricht. Hauptsächlich bei gestressten, alten, geschwächten oder kranken Katzen bricht die Feline Infektiöse Peritonitis aus.

    Wie kann ich meine Katze vor dem Coronavirus schützen?

    Da es für Katzen eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist ein Schutz nicht leicht. Zwar gibt es auch Impfstoffe, jedoch wird ihre Wirksamkeit angezweifelt.
     
    Viel wichtiger ist es, Katzen artgerecht und stressfrei zu halten, was zu einem gesunden Immunsystem beiträgt. Stressauslöser können Revierwechsel, Probleme mit anderen Katzen oder Menschen oder häufige Tierarztbesuche sein. Durch den Stress werden Katzen geschwächt, was eine erhöhte Produktion der Coronaviren zur Folge hat.
     
    Wenn du mehrere Katzen in einem Haushalt hältst, steigt die Gefahr einer gegenseitigen Infektion. Hier solltest du besonders aufpassen und das Katzenklo stets sauber halten. Vermeide den Kontakt der Katzen zum Kot. Der Coronavirus im Kot kann mit herkömmlichen Haushaltsreinigern abgetötet werden.
    Zudem solltest du auch die Futternäpfe täglich reinigen.
     
    Weißt du bereits, dass du infizierte Katzen in der Gruppe hast, dann versuche diese von den anderen fernzuhalten und ihren Kot umgehend zu beseitigen.

    Symptome des Coronavirus bei Katzen

    Die Krankheitserscheinungen variieren je Ausprägung. Generell kann man zwischen 2 Formen der FIP unterscheiden. Die klassische, feuchte Form äußert sich in Flüssigkeitsansammlungen in der Bauch- oder Brusthöhle, welche zu einer Zunahme des Bauchumfangs und zu schwerer Atemnot führen. Die trockene Form zeigt sich durch knotige Veränderungen, insbesondere im Bauchraum. Auch andere Organe wie das Gehirn oder die Augen können betroffen sein. 

    Coronavirus bei Hunden

    Auch für Hunde ist der Coronavirus ansteckend und mit blutigem Durchfall verbunden. Allerdings handelt es sich – wie auch bei Katzen – nicht um den neuartigen Coronavirus 2019-nC0V, sondern um eine andere Coronaviren (canine Coronaviren CCoV, CCV), welchee für Menschen ungefährlich sind. Der Coronavirus bei Hunden ist nicht so stark verbreitet wie bei Katzen, kommt aber oft in größeren Hundehaltungen vor. Diesen gibt es schon lange, was bisher aber kaum jemanden interessiert hat. Viel relevanter ist zum Beispiel der für Hunde tödliche Aujetzki-Virus, welcher in rohem Schweinefleisch vorkommen kann. Hier findest du die 10 giftigsten Lebensmittel für Hunde.

    Fazit: Coronavirus bei Haustieren nur Panikmache

    Für das neue Coronavirus aus China 2019-nC0V gibt es derzeit keinen Beweis, dass es auf Hunde oder Katzen übertragbar ist. Dennoch gibt es eine Vielzahl an Coronaviren bei Mensch und bei Tier. Besonders Katzen sind oft mit Coronaviren infiziert, welche bei Mutation zu der tödlichen Krankheit FIP führen können. Diese hat aber nichts mit dem aktuellen Coronavirus zu tun.

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